Gute Chancen für weiteres Wachstum
Dax schließt nach EZB-Zinserhöhung fester

Nach der moderaten Zinsanhebung sehen die Börsianer weiteres Aufwärtspotenzial.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat sich am Donnerstag nach der Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Einklang mit den meisten anderen europäischen Handelsplätzen freundlich gezeigt.



Lag das Börsenbarometer vor der Zinsanhebung noch leicht im Minus, drehte es nach Bekanntgabe des Entscheids ins Plus und schloss mit 7216,45 Punkten 0,43 Prozent fester als am Mittwoch.



Da die EZB die Zinsen nicht, wie von einigen Marktteilnehmern erwartet, um 0,5 Prozentpunkte angehoben habe, bestehe nun kaum die Gefahr, dass die Konjunktur durch den Zinsschritt abgewürgt werde, sagte ein Händler. Der Dax wurde zudem durch freundliche Vorgaben der US-Börsen gestützt.



Für den gesamten Monat August betrug der Zuwachs für den Dax allerdings nur knapp ein halbes Prozent.



Die EZB hatte am Donnerstag angesichts verstärkter Inflationsrisiken die Leitzinsen zum fünften Mal in diesem Jahr angehoben. Der Schlüsselzins für die Euro-Zone wurde um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent erhöht. Es sei unbedingt notwendig, den Inflationsdruck auf mittlere Sicht zu begrenzen, begründete die EZB ihren Schritt. Die Aussichten seien für das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone sehr günstig.



Üblicherweise belasten Zinsanhebungen die Kurse von Aktien, da sich für die Unternehmen die Kredite verteuern und sich die Gewinne deshalb verringern. Zudem werden durch höhere Zinsen andere Anlageformen wie etwa Anleihen für Investoren attraktiver, weil diese dann höhere Renditen abwerfen.



In den USA lag der Dow-Jones-Index am Donnerstag bei Handelsschluss in Frankfurt mit 1,7 Prozent im Plus bei 11.295 Zählern. Der Nasdaq - Composite-Index stieg um zwei Prozent auf 4185 Zähler. Positiv auf den US-Markt hatten sich nach Angaben von Händlern die jüngsten US-Konjunkturdaten ausgweirkt, die den Angaben zufolge auf eine weitere Abschwächung der Wirtschaft hin gedeutet hatten und des damit unwahrscheinlicher werden ließen, dass die US-Notenbank die Zinsen weiter anhebt.



Unter den Dax-Werten gehörte E.ON zu den größten Verlierern. Die Titel gaben 3,04 Prozent auf 53,96 Euro nach. Im Tagesverlauf hatte es Gerüchte über eine bevorstehnde Fusion des Konzerns mit dem französisch-belgischen Mischkonzern Suez Lyonnaise des Eaux gegeben, die E.ON nicht kommentieren wollte. Suez erklärte indes, man sei unter Bedingungen offen für Gespräche. Derzeit sei es für Spekulationen aber zu früh.



Epcos

und SAP, die 6,5 beziehungsweise 4,6 Prozent zulegen konnten, profitierten nach Angaben von Händlern von der freundlichen Tendenz an der US-Technologiebörse Nasdaq. Siemens stiegen um 2,4 Prozent, die Titel des Halbleiter-Herstellers Infineon gewannen 0,4 Prozent.



Überwiegend behauptet notierten die Bankentitel im Dax, die zum Teil ihre am Nachmittag erzielten Kursgewinne bis zum Handelsschluss vollständig wieder abgaben.



Der MDax für die mittleren Werte schloss 0,14 Prozent im Minus mit 4884,21 Punkten. Hier standen die Titel des angeschlagenen Baukonzerns Philipp Holzmann im Mittelpunkt, die bei allerdings geringen Umsätzen um 12,8 Prozent auf 21,72 Euro stiegen. Der Konzern hatte am Donnerstag mitgeteilt, nach den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres seinen positiven Geschäftstrend beschleunigt und Fortschritte bei der Restrukturierung gemacht zu haben.

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