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Gute Gründung

Manche Ideen brauchen kein großes Marketing: Mitfahrzentrale.de trifft die Zielgruppe genau.

Weihnachtszeit, Reisezeit. Und Zeit der Erinnerung, beispielsweise an Studentenzeiten. All das verknüpft, kam die Idee, eine Wochenendfahrt von Düsseldorf nach Berlin und zurück bei der Mitfahrzentrale anzumelden. Und die gibt es nun ja auch online: www.mitfahrzentrale.de. Ein Geschäftsmodell, das aus den echten Gründerjahren stammt, 1998 von zwei Ex-Polizisten in Bonn aus der Taufe gehoben.

Kann nicht klappen, B-to-C ist tot, wo sollen denn da die Einnahmen herkommen und wer braucht denn sowas - ja, die Gedanken der Skeptiker sind klar. Aber sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht, will heißen, ohne die Fahrer und Mitfahrer. Denn einen Tag nach dem Eintrag stand das Telefon nicht still, nach wenigen Stunden waren die Plätze für Hin- und Rückfahrt besetzt.

300 000 Besucher hat die Seite jeden Monat, die auf einer einfachen Datenbank beruht. 4 Leute betreiben sie, vermitteln am Tag 1 500 Fahrten und 5000 am Wochenende. Der Umsatz? Ist auch vorhanden. 300 000 DM flossen laut Geschäftsführer Coskuon Tuna 2001 in die Kasse der Firma. Zur Hälfte dadurch, dass Portale wie Lycos oder Anbieter wie die Süddeutsche Zeitung das Angebot gegen Bezahlung auf ihren Seiten integrieren. Für die anderen Hälfte der Einnahmen sorgen einige Werbegelder sowie, dass die Gründer Internet-Schulungen geben, in Arbeitsamtskursen oder für kleinere Firmen.

Schade nur, dass ein Teil des typischen Gründerschicksals auch bei Mitfahrzentrale.de greift: Die Zeit des Amüsements ist vorbei, für die Gründer wie die Nutzer. Denn die einen bringen ihre Firma in ein Schweizer Unternehmen ein: Für die weitere Expansion - mobile Dienste, internationale Seiten, digitale Karten - reichten die Einnahmen dann noch nicht. Und die anderen, die Nutzer, sollen in diesem Jahr eine monatliche Abogebühr für den Service zahlen. Die aber ist immer noch günstiger als die Vermittlung in einer Offline-Filiale, und viel praktischer obendrein. Keine Frage also: Gründergeschichten sind immer noch für Überraschungen gut.

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