Gute Konjunkturdaten verpufften weitgehend
US-Indizes eiern ins Osterwochenende

Die US-Börsen haben das erste Quartal mit niedrigem Handelsvolumen und geringer Volatilität beendet. Der Dow schloss mit einem Minus von 20 Zählern auf 10 405 Punkten, die technologie-orientierte Nasdaq erlebte ihren stärksten Tag in dieser Woche und legte immerhin 18 Zähler auf 1 845 Punkte zu.

NEW YORK. Auf Quartalssicht schneiden die Blue Chips mit einem Plus von 3,8 % ganz respektabel ab, die Nasdaq verlor 5,5 %. Von "window dressing" war am Donnerstag nichts zu spüren. Noch am Morgen hatte man erwartet, dass sich Fond-Manager von schwachen Aktien trennen, starke zukaufen und so für Volatilität sorgen würden, um ihre Portfolios zu polieren. Die meisten schienen sich aber schon in die Osterfeiertage verabschiedet zu haben.

So eierten die Indizes durch den Tag, und daran konnten auch die überwiegend guten Konjunkturdaten nichts ändern. Das Verbrauchervertrauen ist laut dem Index der Universität Michigan erneut besser ausgefallen als erwartet. Zulegen konnte auch der Einkaufsmanager-Index der Region Chicago, der im März auf 55,7 anstieg und erneut Wachstum im produzierenden Gewerbe signalisiert.

Dass das Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal rückwirkend auf ein Plus von 1,7 % nach oben revidiert wurde, nahm der Markt schulterzuckend zur Kenntnis. Die Zahlen sind nicht gerade aktuell, schließlich beendete man gerade das erste Quartal.

Die allgemeinen Aussichten für die Konjunktur werteten Anleger zu Ungunsten sowohl der Konsum-, als auch der zyklischen Aktien. 3M und Du Pont gehörten ebenso zu den Dow-Verlierern wie Procter & Gamble und Coca-Cola. Größter Gewinner unter den Blue Chips war die Aktie von Boeing, die ihren Siegeszug vom Mittwoch fortsetzte. Boeing hat sich vor der Vergabe eines Milliarden-schweren Auftrags der Flugsicherheitsbehörde einem aussichtsreichen Konsortium angeschlossen. Die Aktie verbesserte sich um weitere 2,5 %.

Zu den Top-Werten gehörte auch die Aktie von IBM, obwohl Anleger noch am Morgen gezittert hatten. Das Wall Street Journal berichtete, die Börsenaufsicht SEC sei besorgt, was einige Details in der Bilanz für das Geschäftsjahr 1999 angehe. Man werde das Unternehmen auffordern, einige Segmente zu verbessern. Nach den jüngsten Skandalen um Enron und andere ist Anlegern allein das Wort "Bilanz" ein rotes Tuch - die Aktie verbesserte sich dennoch um 1,5 %.

Ebenfalls um 1,5 % kletterte das Papier von Microsoft. Das Unternehmen hatte am Donnerstag bekannt gegeben, man habe mit dem Internetportal MSN in Europa den Rivalen Yahoo überholt. AOL sei weiterhin drittstärkster Anbieter. Yahoo wehrte sich und teilte mit, der aktuelle Marktanteil von 52 % für MSN sei durch die große Nachfrage nach dem Gratisdienst Hotmail verzerrt, der zu Microsoft gehört.

Neben Microsoft schloss ein weiterer Software-Hersteller im grünen Terrain: Adobe Systems gewann 4 %. Die Analysten von Prudential Securities stufen die Aktie auf "Kaufen" auf, da sie in dem Bildverarbeitungs-Upgrade Photo Shop 7.0 erhebliches Marktpotential sehen und von einem Nachfrageschub auch für andere Programme wie den Adobe Illustrator ausgehen.

Mit einem Branchenplus von 2,6 % gehörten die Software-Werte am Donnerstag zu den großen Stützen der Nasdaq. Stärkste Branche an der Techbörse waren indes die Netzwerker, die dennoch die Quartalsverlierer sind. Zum Ende legten sie um 3,7 % zu, angeführt von Juniper Networks mit einem Plus von 5 %. Dabei hatte der zweitgrößte Hersteller von Internet-Komponenten noch am Morgen für das laufende Quartal gewarnt, man werde die Gewinnprognosen nicht erreichen.

Was dem Index der Wachstumswerte nachhaltig Kraft gab, war die Ankündigung vom Chiphersteller Taiwan Semiconductors, die Investitionen noch in diesem Jahr hochfahren zu wollen. Chip-Ausrüster hatten auf eine solche Nachricht gewartet: Applied Materials, Novellus, KLA-Tencor und Teradyne kletterten um starke 4 % nach oben. Die Chipbranche ist mit einem Drei-Monats-Plus von 14 % stärkster Sektor an der Nasdaq.

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