Gute konjunkturelle Aussichten für kommendes Jahr
IT-Branche durchschreitet konjunkturelle Talsohle

Die Aussichten für die Informationstechnik- und Telekommunikationsbranche (ITK) sind trotz des Abschwungs der vergangenen 18 Monate gut.

cap DÜSSELDORF. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der OECD. Auch die Experten von Goldman Sachs sehen die Zukunft in der IT-Branche positiv. Sie rechnen 2003 wieder mit steigenden Investitionen. Damit scheint die Talsohle in der Branche erreicht.

Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Monate schlägt aber erst jetzt auf den deutschen Arbeitsmarkt durch. Die Zahl der Beschäftigten sinkt 2002 erstmals nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom von 819 000 um 3,14 % auf 791 000. Das gab Bitkom am Montag bekannt. "Die bereits 2001 angekündigten Personalreduzierungen machen sich zum großen Teil erst in diesem Jahr bemerkbar", sagt Bitkom-Vizepräsident Menno Harms. Ging die Zahl der Arbeitsplätze im vergangenen Jahr um 0,1 % zurück, sind es in diesem Jahr 3,4 %.

Die stärksten Arbeitsplatzverluste verzeichnen Anbieter von Hardware und Kommunikationstechnik. Bei den Hersteller von PC-Teilen werden im laufenden Jahr 9 % der Arbeitsplätze verloren gehen (von 104 000 Arbeitsplätzen zu Beginn des Jahres auf 95 000 Stellen bis Ende des Jahres), bei den Produzenten von Kommunikationsgeräten sogar 14 % (von 80 000 Stellen auf 70 000). Auch der Primus bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, die Software-Industrie, baut erstmals Arbeitsplätze ab. Bitkom rechnet mit einem Rückgang um 2 % auf 380 000 bis Ende 2002. In den Jahren 1999 bis 2001 konnte die Software-Industrie 87 000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen.

Trotzdem scheint die Talsohle in diesem Jahr durchschritten zu werden. Der Bericht der OECD spricht von "robusten Aussichten" für die ITK-Branche. Neue Produkte und Dienstleistungen wie das Breitbandkabel würden Nachfrage schaffen. Der Sektor habe eine starke Position am Anteil des Bruttoinlandpoduktes aller OECD-Mitgliedsländer. Im Jahr 2001 betrug dieser Anteil 8,3 %. Der Handel mit Gütern der Informationstechnologie stieg seit 1990 doppelt so schnell wie der Handel mit herkömmlichen Gütern. Besonders hart getroffen wurden in der ITK-Branche die Ausrüster. Dienstleistungen und Software sind die Sektoren, die am stärksten wachsen, wie der Bericht feststellt. Im Jahr 2001 betrug der Markt für Softwarepakete 196 Mrd. US-$. Seit 1992 ist er durchschnittlich um 16 % pro Jahr gewachsen - ein Trend, den der OECD-Bericht ungebrochen sieht.

Die Aussagen der OECD-Experten stützt ein Bericht der Investmentbank Goldmann Sachs. Nach einem schlechten Jahr 2001 seien im ersten Quartal diesen Jahres in den USA die Investitionen für Kommunikationstechnik, Hardware und Software um 7,8 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Auch Bitkom schätzt, dass es im nächsten Jahr zu einer Erholung auf dem Markt für Informations- und Telekommunikation kommt. "Genaue Konjunkturprognosen geben wir erst in den nächsten Wochen bekannt", sagt eine Sprecherin. Ursprünglich hatte der Verband schon für das zweite Halbjahr 2002 eine Erholung vorausgesagt. Ob es zu weiterem Stellenabbau im nächsten Jahr kommen werde oder ob auch auf dem Arbeitsmarkt der Tiefpunkt erreicht ist, könne man noch nicht sagen, so die Sprecherin.

Schlechte Aussichten attestiert die OECD dem Verkauf von Gütern übers Internet an den Endverbraucher. Auch wenn E-Commerce zunehme, spiele er nur eine kleine Rolle. In den Ländern, in denen Zahlen darüber vorlägen, habe der Verkauf übers Internet im Jahr 2000 nur 0,4 % bis 1,8 % aller Verkäufe ausgemacht. Es sei nicht zu dem erwarteten Schub für die Wirtschaft gekommen.

Quelle: Handelsblatt

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