Gute Nachfrage nach neuen Produkten
Nokia senkt Umsatzprognose

Der weltweit größte Handyhersteller Nokia hat angesichts der schwachen Nachfrage nach mobiler Netzwerkausrüstung seine Umsatzprognose für das laufende Quartal gesenkt. Sein Gewinnziel bekräftigte der Konzern aber auf Grund von Kosteneinsparungen und der Einführung neuer Handymodelle.

Reuters HELSINKI. "Bei mobilen Netzwerken bleibt das Marktumfeld weiter eine Herausforderung, da die Investitionen der Telekom-Anbieter stärker als erwartet zurückgegangen sind", teilte das finnische Unternehmen, das rund ein Drittel der weltweit verkauften Handys herstellt, am Dienstag mit. Analysten hatten weitgehend mit der Senkung der Umsatzprognose gerechnet.

Nokia-Aktien tendierten in einem freundlichen Marktumfeld kaum verändert um 14,15 Euro, nachdem sie zunächst mehr als ein Prozent verloren hatten. Die Titel des schwedischen Konkurrenten Ericsson, der stärker als Nokia unter den sinkenden Netzwerk-Investitionen der Telekom-Konzerne leidet, verloren zeitweise mehr als fünf Prozent. Seit Jahresbeginn haben sich Nokia-Aktien rund zehn Prozent besser entwickelt als die Werte der europäischen Konkurrenz.

Netzwerk-Sparte bleibt Schwachstelle

Für das dritte Quartal 2002 erwartet Nokia nunmehr einen Umsatz von 7,1 bis 7,4 Mrd. Euro. Zuvor was das Unternehmen noch von 7,2 bis 7,6 Mrd. Euro ausgegangen nach 7,05 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Mit einem erwarteten Umsatzrückgang von fünf Prozent im dritten Quartal zum Vorjahr stellt die Netzwerk-Sparte weiter die Schwachstelle von Nokia dar. Weltweit leidet die Branche unter rückläufigen Investitionsausgaben für Netzwerk-Ausrüstung in der Telekomindustrie. Bei Nokia hat dies in den vergangen Monaten allerdings weniger stark auf das Ergebnis gedrückt, da der Konzern zwei Drittel seines Umsatzes mit Handys erzielt.

Für das Gesamtjahr rechnet Nokia weiterhin weltweit mit einem Absatz von 400 Mill. Mobiltelefonen. Die Nachfrage habe sich vor allem in Europa in den vergangenen beiden Monaten stark belebt, hieß es zur Begründung. Im laufenden Quartal werde das Handy-Geschäft bei Nokia Zuwachsraten von 4 bis 9 % erreichen. Dabei werde der Marktanteil des Konzerns voraussichtlich unverändert bleiben, sagte Nokia-Finanzchef Olli-Pekka Kallasvuo bei einer Investorenkonferenz. Gestützt von den ersten Erfolgen zahlreicher neuartiger Handys mit Farbbildschirmen oder integrierten Fotoapparaten werde die Gewinnprognose ohne Sonderposten für das Quartal von 0,15 bis 0,17 Euro je Aktie beibehalten, teilte Nokia weiter mit. Das Ergebnis werde eher am oberen Ende der Spanne liegen. Im Vorjahr hatte Nokia 0,16 Euro je Anteilsschein verdient.

"Mit der gesenkten Umsatzprognose hatte ich gerechnet. Das Unternehmen kann seine Gewinnmargen im Handy-Geschäft ausgezeichnet halten, hat aber zuletzt die Netzwerk-Nachfrage falsch eingeschätzt", sagte Analystin Susan Anthony von Credit Lyonnais. Die gesamte Branche verspricht sich von neuen Handy-Modellen eine kräftige Nachfragesteigerung vor allem bei jugendlichen Kunden. 2001 war der Mobiltelefon-Absatz nach mehreren Boom-Jahren erstmals zurückgegangen.

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