Gute Nachrichten aus dem Einzelhandelssektor: Wall Street wartet auf positive Signale

Gute Nachrichten aus dem Einzelhandelssektor
Wall Street wartet auf positive Signale

Die US-Märkte sind am Donnerstagmorgen schwächer gestartet als erwartet. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn liegen beide großen Indizes im Minus: Der Dow Jones verliert 19 Punkte, die Nasdaq gibt einstellig Punkte ab.

Gute Nachrichten kommen am Morgen aus dem ökonomischen Umfeld: Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind in der letzten Woche erneut um 56.000 auf 395.000 gesunken. Das ist deutlich besser, als der Markt erwartet hatte. Dennoch gibt diese Nachricht dem Markt keine Kraft. Investoren warten zur Wochenmitte auf optimistische Meldungen von Unternehmensseite, und die trudeln nur verhalten ein.

Zum Teil kommen sie am Morgen aus dem Einzelhandelsektor. Die gebeutelte Modekette The Gap , die bei der Mehrheit der Wall Street Analysten nur noch auf "Halten", bei einigen sogar auf "Verkaufen" steht, erwartet für das vierte Quartal weniger Umsatzeinbußen als ursprünglich angenommen. Die Aktie legt 14 Prozent zu. Die Einzelsriesen Wal-Mart und JC Penny berichten, die Dezemberverkäufe seien stärker als erwartet gestiegen, und man werde die Ertragserwartungen einhalten. Wal-Mart gewinnt im frühen Handel etwa ein Prozent, JC Penny gibt ein Prozent ab.

Etwas schlechter sieht es für die Modeketten Ann Taylor und American Eagle Outfitters aus: Ann Taylor verkündet einen Umsatzrückgang von 2,4 Prozent im Dezember, hält aber an den Ertragserwartungen von 25 bis 30 Cent pro Aktie fest. American Eagle, eine Bekleidungskette mit überwiegend jugendlichem Publikum, freut sich zwar über eine Umsatzsteigerung um 0,5 Prozent gegenüber dem Vergleichsdezember 2000. Allerdings wird man mit einem Quartalsgewinn von 56 bis 60 Cent pro Aktie den Konsens der Wall Street Analysten von 61 Cent nicht erfüllen können. American Eagle Outfitters legt dennoch 2,5 Prozent zu.

Unter Druck steht die Aktie von Ford . Fünf Prozent gibt das Papier ab, nachdem die Analysten der UBS Warburg den Titel auf "reduzieren" abstufen. Es ist die erste Verkaufsempfehlung für die Automobilbranche, die 2002 vor einem schwierigen Jahr steht. Am Freitag will das Management von Ford über 20.000 Entlassungen entscheiden, und die UBS Warburg wittert Gefahr: Die Aktie, die momentan bei 15,50 Dollar handelt, könnte unter 14 Dollar fallen.

Etwas besser ist die Lage beim großen Konkurrenten General Motors . Zum einen feiert man in dieser Woche die Eröffnung eines neuen Werks. Zum anderen setzt das Unternehmen die Ertragserwartungen für das vierte Quartal von 54 Cent auf 60 Cent Gewinn pro Aktie hoch. Allerdings rechnet man auch bei GM damit, zehn Prozent der Mitarbeiter in den USA und in Europa entlassen zu müssen, nicht zuletzt, weil die Verkäufe nach den Rekordjahren 2000 und 2001 wohl um zehn Prozent zurückgehen werden. Am Morgen verliert die Aktie von General Motors 1,2 Prozent.

Belastet wird der Automobilsektor auch durch eine Nachricht aus der Stahlbranche. Das Wall Street Journal berichtet, die Produzenten wollten die Preise für die Abnehmer aus den Branchen Automobil, Bau und Maschinenbau erhöhen. Zwar ist die US-Nachfrage nach Stahl nicht gestiegen, doch haben einige Unternehmen in den letzten Monaten Konkurs angemeldet, wodurch der Markt enger geworden ist. Vor allem die Branchenriesen US Steel und Nucor dürften von der Entwicklung profitieren. Am Morgen handeln die Aktien des Sektor allerdings mit nur mäßigen Gewinnen.

Einen Tag, nachdem der Versicherer Cigna seine Zusammenarbeit mit dem Internetportal Yahoo bekannt gegeben und 2,2 Prozent zugelegt hat, gibt das Unternehmen Entlassungen bekannt. Man wird sich von 2000 Angestellten oder 4,6 Prozent der Belegschaft trennen und dafür einmalige Kosten von $ 65 Millionen in Kauf nehmen. Rückblickend auf das Jahr 2001 bestätigt der Assekuranz-Riese die Ertragserwartungen und mit Blick nach vorne wähnt man das Unternehmen ebenfalls "on track". In Zahlen heißt das: Cigna wird für das vierte Quartal 2001 $1,70 bis $1.90 Gewinn pro Aktie ausweisen und erwartet für 2002 ein Anteilsplus von $7,50 to $7,80. Papiere von Cigna notieren schwach behauptet.

Zwei Tage nach der groß angelegten Vorstellung des neuen iMac steht Apple auf der Verliererseite. Der Grund: Die Analysten von Merrill Lynch sagen, der iMac sei "zum schlechtesten Zeitpunkt überhaupt" auf dem Markt gekommen. Viele Kunden hätten geplante Computerkäufe um einige Monate verschoben, um das stark umworbene Modell mitnehmen zu können. Dadurch habe sich das Unternehmen im Weihnachtsgeschäft selbst geschadet. Die Dezemberverkäufe dürften schwach sein, die Quartalsergebnisse enttäuschend. Merrill Lynch gibt sich am Morgen "vorsichtig"; die Aktie verliert 1,6 Prozent.

Einer der Tech-Werte, die im Handel zulegen könnten, ist Brocade. Das Papier gewinnt fast fünf Prozent, nachdem sich die Analysten von Goldman Sachs positiv über das Unternehmen und die Neuheit Silkworm 12000 äußern. Das Speichermodul, so die Experten, dürfte bereits im ersten Jahr 25 Prozent des Marktes erobern und Brocade einen gewaltigen Vorsprung vor der Konkurrenz sichern. Brocade zeige bereits im laufenden Quartal überraschend stabile Verkäufe, so Goldman Sachs. Obwohl die Aktie aktuell auf mehr als 39 Dollar und damit nahe ihres Kurszieles handelt, sehen die Analysten Potential in dem Titel.

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