Gute Nachrichten aus dem Industriesektor
Wall Street: Breite Rally zum Wochenauftakt

Die Wall Street beginnt die neue Woche mit guten Nachrichten und Optimismus vor einer Rede von Alan Greenspan am Mittwoch. In den Futures spiegelte sich das nur bedingt wieder, doch handeln die beiden großen Indizes eine halbe Stunde nach Handelsbeginn im Plus. Der Dow Jones legt 90 Punkte, die Nasdaq 20 Punkte zu.

Vom Notenbankchef erhoffen sich Ökonomen wie Börsianer erlösende Worte: Greenspan soll die Rezession offiziell für beendet erklären. Ob sich der Konjunktur-Guru zu so deutlichen Worten durchringen kann, ist aber fraglich. Zuletzt hatte Greenspan immer wieder erklärt, dass Zeichen auf ein Ende der Rezession immer vordringlicher würden, doch erwähnte er stets, dass noch konjunkturelle Risiken lauerten, die einen raschen Aufschwung gefährden könnten. Mit ausschlaggebend dürften die Zahlen zum Verbrauchervertrauen sein, die am Dienstag veröffentlicht werden.

Solange rechnet man auf dem Parkett mit weiterhin starker Volatilität. Der Dow hatte in der letzten Woche orientierungslos auf und ab gependelt. Nach einer aufregenden Berg- und Talfahrt ging das Standardbarometer mit 9968 Punkten ins Wochenende, das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent auf die Woche. Derweil hatten vor allem Finanz- und Tech-Werte Federn lassen müssen. Die Nasdaq gab an vier Handelstagen 4,5 Prozent ab und notiert bei 1724 Punkten, damit hat der Index seit Jahresbeginn bereits 16,5 Prozent verloren.

Gute Nachrichten kommen zum Wochenbeginn erneut aus dem Industriesektor. Nachdem schon in der letzten Woche Industrie- und zyklische Werte zu den stärksten Performern gehörten, melden sich am Montagmorgen Tyco und Caterpillar zu Wort. Der Baumaschinenriese Caterpillar revidiert die Prognosen für das laufende Quartal nach oben. Die Aktie ist mit einem frühen Plus von 2,7 Prozent stärkste Aktie im Dow. Der von Enronitis befallene Mischkonzern Tyco meldet, dass eine drohende Aktionärsklage vom Gericht abgeschmettert wurde. Tyco verbessert sich um 3 Prozent.

Auch die Banken erholen sich zum Wochenanfang ein wenig. In der letzten Woche standen die Finanzdienstleister unter Verkaufsdruck: JP Morgan war mit einem Wochenminus von 6,2 Prozent schwächster Performer. Die Aktie bekommt am Montagmorgen ein Downgrade von Wachovia Securities und notiert weiter schwach. Von einem Upgrade von Merrill Lynch profitiert hingegen die Citigroup . Die Aktie der größten US-Bank gewinnt 1,9 Prozent.

Aufgrund der anhaltenden Marktschwäche, des niedrigen Handelsvolumens und einem historisch schwachen IPO-Markt gaben in der vergangenen Woche auch die Brokerhäuser mehr als 4 Prozent ab. Am Morgen steht Morgan Stanley bei der Dresdner Kleinwort Bensson auf der "Kauf"-Liste. Die Aktie handelt leicht im Plus, ebenso die Aktien von Goldman Sachs, Bear Stearns und ABN Amro.

Mit guten Ergebnissen warten einige Einzelhändler auf: Lowe?s, die zweitgrößte US-Baumarktkette nach Home Depot, hat die Ertragserwartungen der Analysten übertroffen und erwartet für das laufende Jahr weiter ein Gewinnwachstum von 18 bis 20 Prozent. Die Aktie von Lowe?s ist einer der stärksten Titel im Einzelhandelssektor. Williams-Sonoma, die Holding hinter Haushaltswarenläden wie Pottery Barn, hebt ihrerseits die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr an. Beide Aktien legen 2,7 Prozent zu.

Aus dem Automobilsektor kommen derweil gemischte Nachrichten. Dank einer robusteren Nachfrage hebt Branchenführer General Motors die Produktionszahlen für das erste Quartal um 20.000 auf 1,34 Millionen Fahrzeuge an und setzt die Gewinnerwartungen herauf. Ebenso wie die beiden Konkurrenten Ford und DaimlerChrysler muss General Motors nach Massenentlassungen und Werkschließungen aber mit Ärger von Seiten der Gewerkschaften rechnen. Das berichtet das Wall Street Journal. Die "Großen Drei" mussten in den letzten Monaten Tausende Arbeiter entlassen, um Kosten zu senken und sich gegenüber der Konkurrenz aus Asien und Europa behaupten zu können. GM und Ford legen 1,5 Prozent zu, DaimlerChrysler gewinnt fast 3 Prozent.

An der Nasdaq sind alle Augen auf Qualcomm gerichtet. Die Aktie des Telekommunikationsausrüster legt vor der Glocke 8,3 Prozent zu, nachdem das Unternehmen die Erwartungen für das laufende Quartal bestätigt hat. Die Bestellungen von Telefonchips für 2002 lägen bereits am oberen Ende der Erwartungen.

Weitere Tech-Gewinner sind der Chip-Gigant Intel und Sun Microsystems. Der Hardware-Hersteller wird von der Bank of America auf "kaufen" aufgestuft, nachdem die Aktie in 30 Handelstagen 40 Prozent an Wert verloren hat und auf einen angemessenen Kaufkurs gefallen sei. Die Analysten erwarten, dass die Investitionen in Computer und damit die Ergebnisse für Sun Micro im zweiten Halbjahr 2002 steigen werden. Sie nennen ein Kursziel von 10 Dollar für die Aktie, die mit einem Plus von 5 Prozent bei 8,50 Dollar handelt.

Intel unterdessen stellt am Morgen eine neue Chip-Serie vor, mit der das Unternehmen die Trendwende hin zu Chips für Server-Systeme markieren will. Es handelt sich um ein Upgrade für die Xeon Chips, das eine höhere Taktfrequenz als bisher ermöglicht und in kleinen und mittleren Serversystemen eingesetzt werden wird. Intel legt 1,5 Prozent zu.

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