Gute Nachrichten aus dem Pharmasektor
Nur "halber" Handelstag an den US-Börsen

Zwischen Thanksgiving und dem Wochenende treffen sich die Händler am Freitag nur zu einer verkürzten Session. Um 13 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) schließen die US-Börsen nach nur dreieinhalb Handelsstunden - viele Broker genießen ein langes Wochenende und sind am Morgen gar nicht erschienen. Große Aktivitäten sind daher nicht zu erwarten. Schon vorbörslich ist das Handelsvolumen auffallend gering. Die Futures notieren eine halbe Stunde vor Öffnung der Wall Street nahe den Schlusskursen vom Mittwoch.

NEW YORK. Feiertag hin, Wochenende her - eine der schwerwiegendsten Fragen der US-Wirtschaft soll am Freitag beantwortet werden. Befindet sich die einzig verbliebene Weltmacht in einer Rezession? Auskunft geben wollen die Wirtschaftsweisen vom National Bureau of Economical Research, die anhand der Daten von Arbeitsmarkt, Industrieproduktion, Einkommen und Handel zu einer Entscheidung kommen. Offiziell wird von einer Rezession gesprochen, wenn das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge schrumpft. Ein zweites Quartal mit negativer Bilanz zeichnet sich zur Zeit erst ab, ist aber nicht beendet.

Zahlreiche Nachrichten kommen am frühen Morgen aus dem Pharmasektor. Der Generika-Hersteller Ivax hat die Marktzulassung für ein Diabetes-Präparat bekommen, das dem marktführenden Medikament Glucophage aus dem Hause Bristol-Myers Squibb Marktanteile abgraben soll. Papiere von Ivax notieren vor Handelsbeginn fünf Prozent im Plus, Brystol-Myers Squibb gibt indes nur leicht nach, da die Analysten von Morgan Stanley die Aktie empfehlen und zwar auf Kosten von Eli Lilly. Pharma Aktionären sollten ihre Portfolios umschichten und Eli Lilly gegen Bristol-Myers Squibb tauschen.

Der Medizingerätehersteller Medtronic profitiert am Morgen nicht von den Äußerungen der Analysten von Robertson Stephens. Die erwarten am Montag Quartalsergebnisse in Höhe der Erwartungen und nennen das Medtronic das "beste diversifizierte Medizin-Technologie-Unternehmen auf dem Markt".

Größter Verlierer im Pharmasektor ist der Arzneimittelhersteller NeoPharm. Dessen Aktie war am Mittwoch um mehr als zwölf Prozent geklettert, nachdem das Unternehmen gute Fortschritte in der Arbeit an einem Krebs-Medikament bekannt gegeben hat. Am Morgen gibt es Gewinnmitnahmen, die Aktie verliert vorbörslich 17 Prozent.

Die Aktie von Microsoft scheint am Morgen stabil zu öffnen, obwohl erste Verkaufsdaten des neuen Betriebssystems Windows XP veröffentlicht wurden. Die Verkäufe liegen weit hinter den Erwartungen zurück.

Der Energiekonzern Enron wird am Morgen von der Credit Suisse First Boston gestärkt. Die Analysten glauben an eine Zukunft des gebeutelten Konzerns, dessen Aktien in den letzten Monaten mehr als 90 Prozent an Wert verloren haben. Das Unternehmen sei deutlich unterbewertet, schreiben die Experten, die Verhandlungen mit dem übernahmewilligen Konzern Dynegy seien vielversprechend. Enron legt vorbörslich ein Prozent zu.

Gute Nachrichten aus dem Ölsektor entpuppen sich am Morgen als heiße Luft. Russland hat die Entscheidung über eine eventuelle Senkung der Ölfördermengen erneut vertagt. Der Ölpreis sinkt weiter. Die Förderunternehmen und Plattform-Provider, die sich in den letzten Tagen in Erwartung einer Einigung der Opec mit Russland und Mexiko leichte Gewinne verbuchen konnten, stehen erneut unter Druck.

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