Gute Nachrichten erwartet
Wall Street strebt aufwärts

Die US-Märkte scheinen gut gelaunt in die neue Woche zu gehen. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn am Montag zeigen die Indizes ins Plus. Vor allem die Techwerte bereiten sich bereits auf eine frühe Rally vor: Die Nasdaq notiert zur Stunde bereits mit 40 Punkten im Plus. Der breitgefächerte S&P 500 Index gewinnt 15 Zähler.

wsc NEW YORK. Nach einer verlustreichen Woche, die von schwachen Wirtschaftsdaten geprägt war, erwarten die Händler in dieser Woche wieder gute Nachrichten. Am morgigen Dienstag tagt die Notenbank. Die Analysten gehen davon aus, dass das Gremium um Alan Greenspan die Zinsen erneut um 50 Basispunkte auf 2 % senken wird. Vor Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten war man von einer Zinssenkung um 25 Basispunkte ausgegangen. Die Zinssenkung wäre die zehnte in diesem Jahr und ein weiterer Schritt, der gebeutelten US-Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

Zu den meist gehandelten Aktien gehört am frühen Montagmorgen das Papier von Cisco . Das Unternehmen wird am Abend Quartalszahlen melden und an der Wall Street herrscht die Meinung, Cisco würde eine Erholung der Verkäufe bekannt geben. Cisco klettert um mehr als 3 %. Andere Netzwerk-Werte wie Ciena und Juniper legen ebenfalls zu, und auch die Titel der Chip-, Computer- und Internetbranche notieren vor Handelsbeginn im grünen Bereich. Die Ergebnisse von Cisco gelten an der Wall Street als Indikator für den gesamten Sektor.

Auf der Verliererseite steht am Morgen hingegen Microsoft . Nachdem sich der Software-Riese in der vergangenen Woche mit dem Justizministerium geeinigt hatte, wie das Kartellrechtsverfahren beigelegt werden könne, wurden am Wochenende kritische Stimmen laut. Wettbewerbshüter sehen "mindestens ein Dutzend Gründe", warum sie das Abkommen zwischen Ministerium und Konzern nicht unterschreiben können. Auch die 18 an der Klage beteiligten Bundesstaaten haben Einwände.

Disney dürfte am Morgen einen Schub bekommen: Am Wochenende startete der lang erwartete Trickfilm "Monster, Inc.", der auf Anhieb auf Platz eins in den Kinocharts landete. Doch nicht nur der Entertainmentriese wird mit dem Film Millionen verdienen. Über Vermarktungslizenzen profitieren unter anderem Spielzeugfigurenhersteller Hasbro , Cornflakes-Riese Kellogg?s und Pepsi vom Erfolg der kleinen Monster. Neben Harry Potter sind die Figuren aus "Monsters, Inc." einer der wichtigsten Lizenzdeals des Jahres. Ein Downgrade bekommt am Morgen allein Pixar . Prudential Securities meint, das Computer-Animations-Unternehmen habe seine "Monster"-Gewinne zum Filmstart bereits eingefahren.

Nach einem Dämpfer in der vergangenen Woche könnte das Papier von Boeing am Montag zulegen. Zuletzt entging dem Rüstungskonzern ein 200 Mrd. $-Auftrag des Verteidigungsministeriums, den Konkurrent Lockheed Martin zugeschlagen bekam. Kleines Trostpflaster: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben am Wochenende 25 Maschinen bestellt. Boeing-Chefverkäufer Seddik Belyamani hofft, trotz der jüngsten Einbrüche das angestrebte Verkaufsziel von 400 Flugzeugen im Jahr 2001 noch zu erreichen.

Mehr als 7 % legt das Papier von Enron zu. Laut Gerüchten ist der Öl-Multi Royal Dutch Shell interessiert, den angeschlagenen Energiehandelskonzern für 11 Mrd. $ zu übernehmen. Der Deal würde gut in Shells Expansionsstrategie passen. In den vergangenen Wochen war der Aktienkurs von Enron auf derzeit rund 11 $ abgerutscht. Der Buchwert des Konzerns liegt mit 13 $ damit über dem aktuellen Kurs der Aktie.

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