Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten
Bezahlen nur für hochwertige Informationen

Die Zahl der Online-Käufer steigt stetig, zeigen Exklusivergebnisse der aktuellen W3B-Studie. Immer mehr Surfer würden auch für hochwertige Informationen zahlen.

Für Informationslieferanten im Internet gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die gute: Die Zahl der Internet-Nutzer, die für hochwertige Informationen zahlen würden, ist stark gestiegen. Die schlechte: Die Zahl der Internet-Nutzer, die bereits heute für aktuelle Nachrichten, Videos und Musik Geld ausgeben, ist so gering, dass sie statistisch nicht mal signifikant ist. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Frühjahrsumfrage von Fittkau und Maaß unter knapp 95 000 Internet-Nutzern, die Netzwert exklusiv vorliegt.



Die Online-Marktforscher aus Hamburg befragen zweimal im Jahr die Surfer nach ihrem Verhalten und ihren Vorlieben im Netz. Im Vergleich zur vorigen Umfrage vom Herbst 2001 ist die Zahl der Internet-Nutzer, die für exklusive Informationen zahlen würden, demnach von 20 auf mehr als 32 % gestiegen (siehe Grafik). "Und die Zahl der Surfer, die bezahlte Inhalte kategorisch ablehnen, ist erstmals von 50 auf 30 % gesunken", ergänzt Marktforscherin Susanne Fittkau.

Gleichzeitig warnt sie vor voreiligen Schlüssen: "Ein Massenmarkt wird das nie", ist sie überzeugt. Es würden immer nur bestimmte Zielgruppen bezahlte Inhalte abrufen. Allerdings: "Die Zielgruppe - gut verdienende Internet-affine Männer ab 30 Jahre - ist nicht nur für die eigentlichen Verkäufer der Inhalte, sondern auch für Werbetreibende interessant", sagt Fittkau.

Nur 10 bis 20 % der Einnahmen könnten Content-Anbieter über kostenpflichtige Inhalte erzielen. "Die Werbung wird wie im Fernsehen immer die Haupteinnahmequelle bleiben", findet Fittkau. Laut einer aktuellen Prognose des Marktforschers Forrester Research steigen die Online-Budgets der Werbetreibenden in den kommenden fünf Jahren auf von heute 152 Mill. Euro auf 1,4 Mrd. Euro.

Ganz oben auf der Wunschliste möglicher Internet-Inhalte stehen bei den Befragten Nachrichten, Politik und Seiten rund um PC und Internet, gefolgt von Wirtschaftsthemen und Touristikangeboten. Doch warum kommt der Markt für bezahlte Inhalte noch immer nicht in Schwung?

Die Internet-Nutzer sind kritischer geworden. Der Kauf selbst sollte so einfach wie möglich und die Inhalte wesentlich hochwertiger sein, als die, die es kostenlos im Netz gibt, zeigt die Studie. "Außerdem ärgern sich die Surfer darüber, dass es die Kostenloskultur im Netz gar nicht gibt", sagt Fittkau. Denn der Mehrzahl der Befragten (jeweils mehr als 80 %) sind niedrige Gebühren für Telefonleitungen und Internet-Zugang ebenso wichtig wie der Schutz ihrer persönlichen Daten. Dritte Hürde: die Bezahlsysteme. Laut Studie haben nur 5 % überhaupt schon einmal ein Internet-Bezahlsystem wie Firstgate Click and Buy oder Net 900 benutzt.

Während sich die Kunden zurzeit also noch eher zurückhalten, Inhalte im Netz zu kaufen, ist die Zahl der Online- Käufer insgesamt stetig gestiegen. Nur 13 % der Befragten haben noch nie im Netz eingekauft, mehr als ein Drittel der Nutzer kaufte schon mehr als 20 Mal per Mausklick ein. Die meisten Online-Käufer bestellten sich Bücher, Musik oder Software-Programme über das Netz.

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