Gute Noten von den Ratingagenturen
Anleihe der Börse spätestens am Montag

Die Deutsche Börse wird ihre angekündigte erste großvolumige Euro-Anleihe nach Angaben aus Konsortialkreisen spätestens am Montag ausgeben. Wie Reuters am Donnerstag aus den Kreisen erfuhr, soll das Papier mit einem Renditevorsprung (Spread) um die 20 Basispunkte über Swapmitte ausgestattet werden.

Reuters FRANKFURT. "Festgelegt haben wir bisher das Volumen von 500 Mill. ? sowie die Laufzeit von fünf Jahren", hieß es. Der genaue Zeitpunkt der Emission stehe noch nicht fest. "Spätestens am Montag wird es soweit sein, die Entscheidung darüber fällt am Freitag." Dies sei auch der frühest mögliche Emissionszeitpunkt, da auf potenzielle Investoren in Frankreich Rücksicht genommen werde, wo am Donnerstag ein Feiertag ist.

Die Anleihe wird von einem Bankenkonsortium unter der Führung von Deutscher Bank, Goldman Sachs und Dresdner Kleinwort Wasserstein begeben. Die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet die langfristigen Schulden der Börse mit seiner zweitbesten Note "AA+". Auch Moody's vergibt mit "Aa1" seine zweithöchste Bewertung.

Rendite wohl im Bereich von 3,5 Prozent

Bei einem Swap tauschen zwei Investoren variable Zinsverpflichtungen wie den Satz für Interbankengeld (Euribor) gegen eine festen Zinssatz. Das Mittel aus Geld- und Briefkurs ist die Swapmitte. Diese Größe dient bei den meisten Neuemissionen als Orientierungspunkt für das Pricing. Am europäischen Geldmarkt lag die Swapmitte für eine fünfjährige Restlaufzeit am Donnerstagmittag bei rund 3,28 Prozent. Bei dem angestrebten Spread würde die Rendite der Börsenanleihe im Bereich um 3,5 Prozent liegen.

Es ist die erste großvolumige Anleihe der Deutschen Börse. Mit ihr sollen ältere Finanzierungsinstrumente abgelöst werden. Das Papier soll früheren Angaben der Börse zufolge das bei der Übernahme des Wertpapierabwicklers Clearstream aufgelegte Commercial-Paper-Programm refinanzieren. Gemäß dem Geschäftsbericht bestanden daraus zum 31. Dezember 2002 noch Verbindlichkeiten in Höhe von rund 288 Millionen Euro. Als Commercial Papers werden kurzfristige Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von unter einem Jahr bezeichnet.

Nach Einschätzung von Analysten erhält sich die Börse mit der Emission auch den finanziellen Spielraum für eine sich abzeichnende Konsolidierung im europäischen Börsensektor. Über eine solche Konsolidierung wird schon seit langem spekuliert. Als mögliche Fusions- und Übernahmekandidaten werden dabei vor allem die Londoner Börse LSE, sowie die Handelsplätze Mailand und Madrid genannt. Außerdem hatte die Börse Anfang des Jahres nicht ausgeschlossen, über ihre Derivatebörse Eurex in den USA eine Börse zu erwerben.

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