Gute Performance dank Russland
Aktienfonds mit Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa

Alexander Karpov bleibt russischen Aktien treu, will bei Metall- und Ölaktien aber Bestände reduzieren. Der Manager des UniEM Osteuropa Fonds aus dem Hause Union Investment belegt mit dieser Politik einen relativ guten Platz im Konkurrenzvergleich: Das Produkt liegt dank eines Zwölfmonats-Wertverlustes per Ende August von nur 20,82 % auf dem fünften Platz unter 48 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Mittel- und Osteuropa.

HB/vwd FRANKFURT. Russland zeichne sich durch hohe politische und wirtschaftliche Stabilität aus, meint der zum genossenschaftlichen Bankenverbund gehörigen Union Investment. Das Land dürfte außerdem als Ölexporteur weiter von einem Rohölpreisniveau profitieren, das langfristig oberhalb von 20 $ pro Barrel (159 l) liegen sollte. Deshalb seien russische Werte bereits seit Ende vergangenen Jahres innerhalb des Portfolios mit rund 30 % sehr stark berücksichtigt gewesen. Das sei ein wichtiger Grund für die relativ gute Performance.

Pläne zum Teilverkauf der Ölaktien

Auf Unternehmensebene präferiere er derzeit noch exportorientierte Werte vor allem aus dem Metall- und Ölbereich. Die Ölaktie Surgutneftegaz sei mit über 8 % auch die größte Fondsposition. In nächster Zeit wolle er jedoch sein Ölengagement leicht senken und dafür stärker auf inlandsorientierte Titel vorzugsweise aus dem Telekom -, Brauerei- und Maschinenbaubereich setzen. Russland werde von der anhaltenden globalen Wirtschaftsabkühlung weniger stark getroffen als andere Länder. Es werde weiter eine hohe Inlandsnachfrage aufweisen, wovon Werte wie Mobile Telesystem besonders profitieren sollten.

In Ungarn, Polen und Tschechien ist Karpov nach eigenen Angaben seit geraumer Zeit nicht so stark engagiert. Am polnischen Aktienmarkt etwa sei er derzeit mit rund 23 % der Fondsmittel investiert. Polen leide vor allem unter dem hohen Budgetdefizit und der hohen Arbeitslosigkeit. Mit 15 % weiter unterrepräsentiert werde er vorerst auch in Tschechien bleiben, weil der Aktienmarkt dort, so Karpov, "relativ illiquide ist, und abgesehen vom Finanzsektor nur wenige interessante Investments bietet". In nächster Zeit aufstocken wolle er wegen der günstigen Bewertung seinen Ungarn-Anteil von jetzt knapp 20 %, vor allem im Finanzsektor. Weiter Gefallen finde er auch am Pharmaunternehmen Gedeon Richter, bei dem er bereits mit fast 6 % der Fondsgelder engagiert sei.

Gute Meinung zu ungarischen Werten

Der von Alexandre Dimitrov verwaltete Capital Invest Eastern Europe Stock A belegt mit einem Minus von 25,04 % Rang neun. Mit rund 30 % sei Ungarn im Mittel- und Osteuropa-Aktienfonds der Bank-Austria-Gruppe derzeit das am stärksten gewichtete Land, erklärt der Manager. Ungarische Aktien habe er wegen guter Wirtschaftsperspektiven übergewichtet. Zu den größten Engagements zählten die Telekomgesellschaft Matav mit 8 % Fondsquote, darüber hinaus der Ölkonzern MOL. Matev traut Dimitrov nach eigenen Angaben vor allem im Mobilbereich sehr gute Wachstumschancen zu. MOL leide momentan noch unter dem verlustreichen Gasgeschäft. Doch nach dem Verkauf dieses Sektors werde das Energieunternehmen "hoch profitabel" sein.

Zweitgrößter Markt im Capital-Invest-Fonds sei mit 25 % Russland. Er habe den Anteil vor kurzem wegen der Unsicherheiten bei der weiteren Ölpreisentwicklung um rund 10 % gesenkt. Er setze in Russland unter anderem auf Mobile Telesystem mit 5 % Fondsquote. Auf Polen entfielen über 17 % der Gelder. Bevor er hier wieder mehr investiere, wolle er bessere Signale aus der Wirtschaft abwarten. Die Bestände an tschechischen Aktien habe er nach den übertriebenen Kursabschlägen als Reaktion auf die Terroranschläge in USA vor zwei Wochen auf rund 13 % erhöht.

Die Tabelle enthält keine Fonds-Ratings. Da die meisten Produkte erst seit kurzer Zeit angeboten werden, wäre eine vergleichende Bewertung wenig aussagekräftig.

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