Gute Rendite, relativ niedriges Risiko
Fonds-Typen: Fonds auf Genussscheine und Wandelanleihen

Die etwas andere Art des Fonds bieten Fonds auf Genussscheine und Wandelanleihen. Was genau das ist, wird in diesem Artikel erklärt.

HANDELSBLATT Die Talfahrt an den Börsen hält an, Aktien brechen weiter ein - und wann es wieder aufwärts geht, weiß keiner genau. In diesem Klima suchen Anleger nach Sicherheit. So bieten sich zwei Produkte an, die ansonsten an der Börse ein Schattendasein fristen. Wer ruhig schlafen will, kauft sich einen Genussscheinfonds; wer etwas weniger Sicherheit braucht und dafür gleich beim nächsten Börsenaufschwung dabei sein will, findet eventuell Fonds auf Wandelanleihen interessant.

Fonds auf Genussscheine sind die Mauerblümchen des Kapitalmarktes. Es gibt überhaupt nur acht von ihnen, und ihr gesamtes Volumen beträgt nur knapp über fünf Milliarden Euro.

Bei Genussscheinen erhält der Anleger gegenüber Anleihen eine "Risikoprämie". Denn ein Genussscheininhaber ist rechtlich kein Gläubiger, sondern Eigentümer. Beim Konkurs des ausgebenden Unternehmens müssen sich Genussscheininhaber hinten anstellen, bevor sie ihr Geld zurück bekommen. Deshalb ist es wichtig, Emittenten mit sehr guter Bonität auszuwählen - auch für Fondsmanager.

"Genussscheinfonds werden sich in den kommenden Monaten weiterhin gut entwickeln", glaubt ein Experte. "Schließlich befinden wir uns in einem Umfeld, in dem eher mit sinkenden Zinsen zu rechnen ist." Und wie Anleihen steigen die Kurse von Genussscheinen, wenn die Zinsen sinken.

Doch warum sollten Anleger nicht gleich direkt Genussscheine kaufen und sich die Fondsgebühren sparen? "Oft erhalten Privatanleger Genussscheine nur zu marktfernen Preisen und bekommen sie auch nur schlecht wieder los", sagt der Experte. Dies liege daran, dass 90 Prozent des Genussscheinhandels außerbörslich oder im Freiverkehr abgewickelt würden und die Liquidität gering sei. Für Kleinanleger ist das problematisch. Ein weiterer Vorteil des Fonds gegenüber dem einzelnen Schein ist die breite Streuung. Sie begrenzt die Gefahr eines Zahlungsausfalls.

Sobald es mit Aktien allerdings wieder aufwärts geht, verlieren Genussscheinfonds schnell an Attraktivität - vor allem dann, wenn die Wirtschaft wieder in Schwung kommt und gleichzeitig die Zinsen steigen. Dann fallen die Notierungen der Genüsse und die Anleger, die dann aus dem Fonds aussteigen, müssen Preisabschläge in Kauf nehmen. Das verhagelt die Gesamtrendite. So ist es kein Wunder, dass die meisten Genussscheinfonds im Börsen-Boomjahr 1999 Verluste eingefahren haben.

Interessanter, wenn die Börse ins Rollen kommt, sind Wandelanleihefonds. "Wandelanleihen zeigen bei steigenden Aktienkursen Merkmale von Aktien, in schlechten Börsenzeiten verhalten sie sich tendenziell wie Obligationen", sagt Win Robbins, die den Fonds Provence Convertibles von Credit Suisse Asset Management betreut. Experten halten sich an die Faustregel: Eine Wandelanleihe geht den Weg der zugrunde liegenden Aktie zu zwei Dritteln nach oben mit, aber nur zu einem Drittel nach unten. Stephan Römer, Produktspezialist für Wandelanleihen bei der West Asset Management, drückt es anders aus: "Wenn die Märkte runtergehen, haben die Papiere einen deutlichen Risikopuffer." Der für institutionelle Investoren konzipierte West AM-Fonds Compass European Convertibles hat sich seit Jahresbeginn positiv entwickelt - als einziger in seiner Kategorie.

Aber: Die Verfügbarkeit von Wandelanleihen ist oft schlecht - viele Papiere bekommt man nur über den Telefonhandel. Außerdem liegt die Stückelung der Papiere oft bei 5000 Euro und mehr, und es gibt mitunter tückische Kündigungsklauseln.

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