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Gute Stimmung an der Wall Street

Zur Mittagsstunde verbuchen die meisten US-Aktien gute Gewinne, lediglich der Dow Jones Index spiegelt das nicht wider.

NEW YORK. Während der technologie-orientierte Nasdaq Index stabil mit etwa zwei Prozent im Plus notiert, kann sich das Börsenbarometer der dreißig US-Industriewerte nur schwer im grünen Terrain halten, rutscht sogar hin und wieder ins Minus. Auf dem Index lasten schwer die Aktien von Eastman Kodak , die bei großem Volumen bereits mehr als neun Prozent verloren haben. Wal-Mart , einer der größten Einzelhändler der USA und wichtigster Vertriebspartner für Eastman Kodak hat angekündigt, in Zukunft auch Filme von anderen Herstellern ins Programm nehmen zu wollen.

Dass die Märkte zur Wochenmitte nach Verlusten an den beiden vorigen Tagen überhaupt wieder Bergluft schnuppern durften, liegt unter anderem an einigermaßen erfreulichen Nachrichten aus dem ökonomischen Umfeld. Eine halbe Stunde vor Handelsbeginn an der New Yorker Wall Street wurde das Bruttoinlandsprodukt bekannt gegeben. Ein Rückgang von 0,4 Prozent ist deutlich weniger als Marktbeobachter befürchtet hatten. Auch eine Rede von Präsident George Bush, der den Kongress anhielt, das Care-Paket für die Wirtschaft noch vor Ende November abzusegnen, pushte die Stimmung auf dem New Yorker Parkett.

Zu den Gewinnern an der Wall Street gehören am Mittwoch die Modefirmen. Jones Apparell, die Firma hinter Polo Ralph Lauren, Reebock und Tommy Hilfiger legen kräftig zu. Ebenfalls gut im Plus notieren zwei amerikanische Verlagsgesellschaften: Reader?s Digest und Martha Stewart . Beide haben bessere Ergebnisse vorgelegt, als die Analysten erwartet hatten, beide gewinnen etwa 13 Prozent.

Schwach notiert hingegen die Pharmabranche. Bristol-Myers Squibb hat am Dienstagabend Massenentlassungen in der neu erworbenen DuPont-Sparte bekannt gegeben. Vierzig Prozent der Mitarbeiter werden gehen müssen. Die Aktie verliert nur leicht, zieht aber andere Werte des Sektors mit. Die großen Konzerne Pfizer , Merck und Johnson&Johnson stehen zur Stunde im roten Bereich.

Einer der größten Verlierer ist zur Wochenmitte die Aktie von Adobe . Der Software-Hersteller hat am Dienstagabend eine Gewinnwarnung für das laufende Quartal ausgesprochen und Entlassungen bekanntgegen. Händler wollen die Papiere los werden, Adobe verbucht am Mittag ein Minus von elf Prozent.

Die übrigen Tech-Aktien legen wider den Erwartungen vieler Analysten zu. Negative Kommentare der Marktforscher von Dataquest, die weltweiten Chip-Umsätze würden in diesem Jahr um 35 Prozent sinken, lassen die Händler kalt. Die Chipwerte legen im Mittel um satte fünf Prozent zu, Xilinx sogar um ganze neun Prozent. Ein Plus von drei Prozent verbucht zur Stunde der Branchenriese Intel . Nach einem Analystengespräch am Dienstagabend hatten sich unter anderem CSFB, Goldman Sachs und UBS Warburg positiv über das Unternehmen geäußert.

Stärkste Sektoren an der Nasdaq sind am Mittwoch die Halbleiter- und die Netzwerkbranche. Big Cap Cisco wird am Montag Ergebnisse vorlegen, und Analysten rechen mit positiven Überraschungen. Cisco gewinnt 3,5 Prozent - ebenso der ganze Sektor. Vor allem die Papiere von Redback und Juniper Networks sowie Ciena profitieren von positiven Kommentaren der Netzwerk-Analysten von Credit Suisse First Boston.

Den Hardwaresektor stützt das Papier von Sun Microsystems. Die Aktie gehört mit einem Plus von mehr als elf Prozent bei sehr hohem Volumen zu den großen Gewinnern im Mittwochshandel. Das Unternehmen hat am Morgen erklärt, die Auftragslage für das laufende Quartal sei bereits zum aktuell frühen Zeitraum außergewöhnlich gut. Nach den Einbrüchen in Q3 hören die Investoren das gerne.

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