Gute Stimmung in New York
Investoren setzen auf neue Zinssenkung in den USA

Die ersten Handelsstunden machten den Börsianern an der Wall Street Freude. Die drei wichtigen Börsenindizes notierten im Plus. Besonders kräftig konnte der Softwarehersteller Peoplesoft zulegen.

wlr/HB DÜSSELDORF. Nach einem positiven Handelsausklang am Mittwoch herrschte auch bis zur Handelsmitte des Donnerstags gute Stimmung an der Wall Street. "Einige Quartalsberichte waren gar nicht so schlecht, man fängt an, Licht am Ende des Tunnels zu sehen", sagte Richard Nash von Key Asset Management in Cleveland. Seiner Ansicht nach beginnen die Anleger darauf zu vertrauen, dass die bisherigen Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) die erwünschte positive Wirkung auf die US-Wirtschaft haben werden.

Zudem machten sich Börsianer Hoffnungen auf eine weitere US-Zinssenkung bei der nächsten Fed-Sitzung am 15. Mai. Anlass für die Erwartungen ist ein Bericht der US-Regierung, nach dem die Zahl der Amerikaner, die zum ersten Mal Arbeitslosenunterstützung beantragt haben, in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit fünf Jahren angestiegen ist.

Wichtige Börsenindizes profitieren von Zinshoffnungen

Von den Zinshoffnungen konnten alle wichtigen Börsenindizes profitieren. Der Dow-Jones-Index, der die 30 wichtigsten Industriewerte umfasst, legte bis zur Handelsmitte um 1,2 % zu. Nicht ganz so gut erging es dem technologielastigen Nasdaq-Composite-Index, der nur 0,4 % gewann. Der breiter gefasste S & P-500-Index konnte bis zur Handelsmitte hingegen Zuwächse von 1,4 % verbuchen.

Nicht so gut lief es für Qualcomm. Die Aktien des Herstellers drahtloser Netzwerkausrüstungen verloren 5,4 %und gehörten damit zu den Nasdaq-Verlierern. Qualcomm hatte am Mittwoch nach Börsenschluss Quartalsergebnisse bekannt gegeben, die die Erwartungen der Analysten erfüllten. Gleichzeitig hatte das Unternehmen aber gewarnt, dass es die Erwartungen für die Gewinne im laufenden dritten Quartal nicht erfüllen kann.

Besser erging es Peoplesoft. Der Softwarehersteller berichtete, dass sich der Gewinn im vergangenen Quartal trotz der schwächelnden US-Wirtschaft mehr als verdreifacht hat. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Der Aktie half zudem, dass die Analysten der Credit Suisse First Boston (CSFB) sie von "Halten" auf "Kaufen" herauf stuften. Peoplesoft-Aktien gewannen in den ersten Handelsstunden 21,7 % und waren damit der Gewinner an der Nasdaq.

Auch die Aktie der Norfolk Southern profitierte davon, dass die CSFB sie von "Halten" auf "Kaufen" stufte. Die zweitgrößte Eisenbahngesellschaft der östlichen USA hatte bekannt gegeben, dass sich ihr Gewinn im ersten Quartal mehr als vervierfacht hat. Die Aktien von Norfolk Southern stiegen daraufhin bis zur Handelsmitte um 16 %.

Aktienkurs des weltgrößten Chipherstellers Intel stieg

Der Aktienkurs des weltgrößten Chipherstellers Intel stieg ebenfalls. Das Unternehmen plant trotz schwacher US-Wirtschaft in diesem Jahr 7,5 Mrd. $ auszugeben. Intel sieht an der Börse zudem Anzeichen "dass wir am Boden des Trogs angelangt sind". Intel-Aktien legten bis zur Handeslmitte 2,8 % zu. Der Aktienkurs von Softwarehersteller Oracle stieg um 2,2 %. Das Unternehmen hatte angekündigt, dass es weiterhin sehr gute Verkäufe in der Asien-Pazifik Region erwartet.

Auch für Dow Chemical lief es gut. Der Chemiekonzern hatte zwar vor Börsenöffnung bekannt gegeben, dass er im ersten Quartal Verluste eingefahren hat. Grund dafür seien Belastungen aus der Übernahme von Union Carbide sowie hohe Energiekosten. Doch Anleger hatten mit schlechteren Zahlen gerechnet. Dow-Chemical-Aktien gewannen 3,9 % hinzu.

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