Gute US-Vorgaben nur Strohfeuer
Börsen-Crash auf Raten

Die Börsen erleben weltweit einen Crash auf Raten. Händler sprachen am Mittwoch angesichts der massiven Verkaufswelle von Panik. Anleger in Frankfurt, London und Paris mussten erneut drastische Verluste verkraften.

dpa FRANKFURT/MAIN/NEW YORK. Die am Vorabend an der New Yorker Börse geweckten Hoffnungen auf ein Ende der Talfahrt zerstoben binnen 24 Stunden. Die US-Märkte brachen zu Handelsbeginn am Mittwoch wieder ein. Schlimm erwischte es den Neuen Markt in Frankfurt mit einem Minus von zeitweise fast neun Prozent auf einen historischen Tiefstand in seiner vierjährigen Geschichte.

Als Erklärungen für den Absturz führten Experten die unterschätzte politische und wirtschaftliche Krise in Japan sowie das bisherige Ausbleiben einer Zinssenkung in den USA an.

"Die Stimmung ist ohne Frage schlecht", sagte Ralph Bachmann von der Frankfurter Helaba. Viele Börsianer seien zudem "auf dem falschen Fuß erwischt worden", nachdem die Investmentbank Goldman Sachs mehrere deutsche Banken zurückgestuft hatte. Ein einziger Tag mit Plus-Zeichen in den USA signalisiere zudem noch keine Trendwende, sagte Peter Canelo von Morgan Stanley Dean Witter.

Am Morgen sahen trotzdem zahlreiche Anleger noch Licht am Ende des Tunnels: Schnäppchenjäger hatten der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq am Vortag zu ihrem steilsten Anstieg seit zwei Monaten verholfen. Der Index schloss mit einem Zuwachs von 4,75 % wieder über 2000 Punkten. Auch die amerikanischen Industriewerte im Dow-Jones-Index stiegen gegen Handelsende noch um 0,81 % auf 10 290,80 Punkte. Am Mittwoch verdüsterte sich das Bild wieder: Der Dow Jones durchbrach die 10 000-Punkte-Marke nach unten und verlor 3,2 % auf 9 960 Punkte. Die Nasdaq büßte 3,3 % auf gut 1948 Punkte ein.

In Amsterdam wurde am frühen Nachmittag der Handel 15 Minuten lang für eine "Besinnungspause" unterbrochen. Der AEX hatte mehr als 5 % verloren. Nach dem Aussetzen erholte sich der Markt wieder leicht. Der CAC40 in Paris lag mit 3,21 % im Minus. Der FTSE 100 in London gab um 3,37 % nach und lag zeitweise auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Gute Nerven brauchten Anleger am Neuen Markt. Der Nemax-50 verlor bis zum Nachmittag 6,7 % und notierte auf dem historischen Tief von gut 1660 Punkten. Auch der Deutsche Aktien-Index Dax brach weg: das Minus betrug 4,2 % bei von 5712 Punkten.

Die in den vergangenen Tagen hart getroffene asiatische Leitbörse in Tokio folgte am Mittwoch noch den guten US-Vorgaben. Der Nikkei- Index für 225 führende Werte ging mit einem Plus von 0,2 % bei 11 843,59 Punkten aus dem Handel. Dennoch blieb der Index weiter unter der psychologisch wichtigen Marke von 12 000, die am Vortag erstmals seit mehr als 16 Jahren durchbrochen worden war.

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