Gute US-Vorgaben stützen deutschen Aktienmarkt
Technologiewerte ziehen Dax nach oben

Sie erholte sich stark und zog den Dax ins Plus. Positiv entwickelten sich auch die Technologiewerte SAP und Infineon. Daneben legten die Aktien der Deutschen Bank und des Finanzdienstleiters MLP zu

FRANKFURT/M. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat sich am gestrigen Dienstag deutlich erholt gezeigt. Am späten Nachmittag lag er bei 5521 Punkten mit 1,2% im Plus. Am stärksten zogen Telekom - und Technologiewerte den Index nach oben, wofür Händler unter anderem die positiven Vorgaben aus den USA verantwortlich machten: Die Technologiebörse Nasdaq hatte Montag 1,3 % zugelegt und die US-Einzelhandelszahlen waren besser als erwartet ausgefallen. Laut US-Handelsministerium ist der Einzelhandelsumsatz in den Vereinigten Staaten im Juli verglichen mit dem Vormonat unverändert geblieben. Analysten hatten im Durchschnitt eine Abnahme um 0,1 % erwartet.

"Das ist eine deutliche Entspannung, aber noch keine Trendwende", sagt Michael Foeller von Concord Effekten zur Entwicklung des Dax. Der Markt habe sich bei dünnen Umsätzen erholt, da negative Nachrichten ausgeblieben seien. Die Skepsis im Markt sei aber weiter groß. Die stärksten Kursgewinne verbuchten Deutsche Telekom mit 5,2 %. Laut Händlern profitierte die T-Aktie von den Neueinschätzungen von Investmentbanken. Goldman Sachs hatte die Deutsche Telekom auf ihre Empfehlungsliste gesetzt, nachdem Lehman Brothers den Telekomsektor von zuvor "untergewichten" auf "neutral" hochgestuft hatte. "Außerdem war die Telekom-Aktie stark überverkauft, und es ist zu einer technischen Gegenreaktion gekommen", sagt Alfred Kaiser vom Maklerhaus Nols. Er gibt der T-Aktie weiter Luft nach oben.

Die Technologiewerte profitierten Händlern zufolge von der Hochstufung des US-Halbleitersektors durch Goldman Sachs am Montag. Infineon legten um 3,6%, SAP um 3,5% und Siemens um rund 2 % zu. Auch die Finanzwerte MLP und Deutsche Bank profitierten stark. Die Halbjahreszahlen des Heidelberger Finanzdienstleister MLP hatten die Erwartungen der Analysten erfüllt - die Aktie gewann rund 3 %. Auch die Papiere der Deutschen Bank legten um 3,1 % zu. "Die Aktien haben in den vergangenen Tagen stark unter Druck gestanden, deshalb folgte nun eine technische Reaktion", sagt Foeller. Nach der Vorlage des Halbjahresberichts legten auch Allianz um rund 1 % zu. Zuvor hatte der Konzern die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Positiv nahm der Markt auch die Zahlen von Degussa auf - die Aktie stieg um 2,4 %.

Am stärksten nach unten zog den Index die Aktie des Chemieunternehmens Henkel - sie verlor um 2,7 %. Zuvor hatte der Konzern seine Prognosen für das Jahr 2001 abgeschwächt. Das Unternehmen leidet unter der flauen Konjunktur insbesondere für Klebstoffe und Oberflächentechnik.

Im Gegensatz zum Dax tendierte das Nebenwertesegment MDax am Nachmittag mit 4683 Punkten fast unverändert. Hier standen die Papiere der angeschlagenen Bankgesellschaft Berlin und des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat.1 im Mittelpunkt. Die Aktie der Bankgesellschaft legten um rund 4,8% zu. Am Montag hatte die Norddeutsche Landesbank bekannt gegeben, dass sie sich mit der Bankgesellschaft zusammenschließen will. Da Pro Sieben Sat.1 in diesem Jahr mit einem stagnierenden Ergebnis rechnet, verlor das Papier um 7,1%.

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