Gute Vorgaben aus den USA
Anleger greifen am Neuen Markt wieder zu

Kurz zurücklehnen und tief einatmen. Die rasante Talfahrt des Neuen Marktes hat vorerst ein Ende gefunden. Wer sich am Donnerstag aus seinen Engagements verabschieden wollte, fand wieder Käufer für seine Aktien. Und ärgerte sich vielleicht schon eine halbe Stunde später, weil andere beim Verkauf einen deutlich besseren Schnitt machten.

FRANKFURT/M. Kursgewinne bestimmten insbesondere bei den Schwergewichten das Bild. "Kann man Thiel Logistik zu einem Preis von 4,25 Euro liegen lassen?", fragten sich viele. Wer diese Frage für sich verneinte, legte meist noch einen drauf und so kam ein Anstieg von knapp 24 % auf 5,26 Euro zu Stande. Die Aktie des Luxemburger Logistikdienstleisters hatte allerdings auch einen dramatischen Einbruch erlitten: Vor zwei Wochen hatte sie noch mehr als 8 Euro gekostet. Ein ähnliches Bild liefert der Kurs-Chart des Reparaturdienstleisters Teleplan: Zunächst fiel der Preis in den vergangenen Wochen um mehr als die Hälfte. Gestern ging es dann plötzlich wieder rasant aufwärts: Aus dem Handel ging das Papier mit einem Aufschlag von 16 % auf 6,69 Euro.

Bei derart beflügelten Schwergewichten ist es natürlich kein Wunder, dass sich die Kursgewinne vor allem im Auswahlindex Nemax 50 bemerkbar machten, der um 2,9 % fester mit 543 Zählern schloss. Den Gesamtmarkt spiegelte dagegen ein unter dem Strich nur knapp behaupteter Nemax wieder, den noch ziemlich genau 7 Punkte von der 600-Punkte-Marke trennen. Die Vorgaben aus den USA waren gut, dort hatten die Technologiewerte am Vorabend im Endspurt noch fast 2 % an Boden gut gemacht. Gestern blieb die New Yorker Nasdaq jedoch wegen des US-Nationalfeiertags geschlossen. Auch am Freitag dürfte sich der Einfluss aus Übersee in Grenzen halten, denn die US-Aktien haben nur einen halben Handelstag vor sich.

Über einen kräftigen Kursgewinn konnten sich die Besitzer des Medizintechnik-Titels UMS United Medical Systems freuen. Die Hamburger wollen den auf die schonende Zertrümmerung von Nieren- und Gallensteinen spezialisierten Geschäftsbereich von Alliance Imaging Inc. übernehmen. Der Kaufpreis von 10 Mill. Euro entspricht dem Doppelten des Jahresumsatzes des übernommenen Geschäfts und umfasst Verträge mit 90 Kliniken und anderen medizinischen Einrichtungen. Diese Art Geschäfte schmecken dem Markt, deshalb ein Plus von 45 % für die UMS-Aktie, die nunmehr 8,10 Euro kostet.

Einen ähnlichen Kurszuwachs verbuchte auch der IT-Dienstleister Articon Integralis. Er beweist in der Flaute Standfestigkeit und konnte das Ergebnis in den ersten sechs Monaten zumindest auf Vorjahresniveau halten. Der Aktienkurs setzte gestern mit einem Plus von 38 % seinen Erholungskurs fort.

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