Gute Wünsche von der Lufthansa
"Swiss" ist gestartet

Die neue Schweizer Fluggesellschaft Swiss ist gestartet. Mit Flugnummer LX 2991 flog am Sonntagmorgen eine Jumbolino AVRO RJ 85 mit 65 Passagieren 15 Minuten lang von Basel nach Zürich. Unter den Fluggästen waren Swiss-Geschäftsführer André Dosé sowie andere Mitglieder der Swiss-Geschäftsleitung.

dpa ZÜRICH/BASEL. Damit ist die Swissair nach über 70 Jahren endgültig Geschichte. Sie war im Oktober wegen Zahlungsunfähigkeit unter Gläubigerschutz gestellt worden. Die Swissair-Group soll über 22 Mrd. Franken (15 Mrd. ?) Schulden haben. Rund 1 000 Swissair-Mitarbeiter sind immer noch ohne Arbeitsvertrag.

Die Swiss ist nach dem Zusammenbruch der Swissair-Gruppe aus der Regionalfluggesellschaft Crossair entstanden. Sie fliegt 126 Zielorte an, davon 40 außerhalb Europas. Überzeugen will Swiss vor allem durch Qualität und Service.

Der erste Flug war begleitet von guten Wünschen auch der Lufthansa-Konkurrenz. Ein Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen hatte zum Leidwesen der Swiss-Geschäftsführung nicht geklappt. Stattdessen gibt es jetzt eine Partnerschaft zwischen Swiss und American Airlines, der größten Fluglinie der Welt.

In Anzeigen in Schweizer Zeitungen grüßte die Lufthansa am Sonntag mit einem "Welcome Swiss". Sie wünsche der Swiss einen guten Start und hoffe auf fairen Wettbewerb. Die Swiss begrüßte ihrerseits die Passagiere in diversen Zeitungsannoncen in Englisch und in den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. "Willkommen bei der schweizerischsten Fluggesellschaft der Welt", hieß es in den Inseraten.

Unter dem Markennamen Swiss werde die neue Schweizer Airline zeigen, dass viele der weltweit anerkannten, typischen Schweizer Werte genau jene seien, die man für eine hervorragende Fluggesellschaft brauche.

Von einem "Meilenstein der Schweizer Luftfahrt" sprach Flugkapitän Markus Chatelain, der den Jumbolino nach Zürich steuerte. Journalisten, Kameramänner und Fotografen sorgten für eine 40-minütige Verspätung.

Dosé sagte, man habe nur vier Monate Zeit gehabt, um die neue Fluggesellschaft auf die Beine zu stellen. Das "Kind Swiss" sei zwar geboren, in den kommenden Monaten müsse es nun aber erst laufen lernen: "Zurücklehnen kann ich mich sicherlich noch nicht."

Rund 2,3 Mrd. Franken wollen Politik und Wirtschaft in die neue Airline stecken. Das Kapital der Swiss liegt zu gut 20 % bei der Eidgenossenschaft, zu etwa 10 % beim Kanton Zürich und zu gut 4 % bei weiteren Kantonen und Städten. Die Großbanken UBS und Credit Suisse sind je mit etwa 10 %, weitere Schweizer Großunternehmen und Anleger mit insgesamt rund 45 % an der Swiss beteiligt. Im ersten Jahr wird mit einem Verlust von mindestens 1 Mrd. Franken gerechnet.

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