Gute Zahlen von 3M können Stimmung nicht heben
Kursrutsch an der Nasdaq

Zum Beginn der neuen Börsenwoche gerieten die US-Indizes wieder unter Druck. Der Dow-Jones-Index der 30 wichtigsten Industriewerte notierte nach anfänglichen Gewinnen 1,5 % im Minus, während der technologielastige Nasdaq-Composite-Index im Handelsverlauf um rund 4 % einbrach. Der breiter gefasste Standard & Poor?s-500-Index verlor knapp 2,2 %. An der Wall Street wurden 1,32 Mrd. Aktien gehandelt. 1 114 Kursgewinnern standen 2 129-verlierer gegenüber. Die 10-jährige Staatsanleihe rentierte mit 4,815 %.

skl/HB NEW YORK. Vor allem Pharma- und Biotechnologie-Werte mussten Kursverluste hinnehmen, da sich die Markteinführung wichtiger Präparate verzögern wird. Unter den Verlierern der Pharmabranche fanden sich Pfizer mit-1,6 %, Zulieferer Alkermes mit einem Kurseinbruch von knapp 70 % und Johnson & Johnson mit einem Abschlag von 2,5 %. Bei Johnson & Johnson löste die Ablehnung von Risperdal, einem Medikament zur Behandlung von Schizophrenie, durch die amerikanische Pharma-Zulassungsbehörde Food and Drug Administration, FDA, den Kursverlust aus. In diesem Zusammenhang steht auch der Kurseinbruch von Alkermes: Johnson & Johnson nutzt für Risperdal eine Technologie, die der Zulieferer Alkermes produziert.

Pfizer dagegen gerieten nach einem Bericht der Los Angeles Times unter Druck: Einem internen Bericht zufolge soll das Diabetes-Präparat Rezulin von der Pfizer-Tochter Warner Lambert von den Aufsichtsbehörden als gefährlich eingestuft worden sein.

Worldcom-Aktie verliert über 90 Prozent

Die wachsende Sorge, weiteren Bilanzskandale könnten die Unternehmenskultur in den USA dauerhaft beschädigen sorgte erneut für Kursabschläge. Die Worldcom-Aktie, die am vergangenen Dienstag vom Handel ausgesetzt war, verlor mehr als 90 % an Wert und stürzte bis auf 6 cents ab. Der Konzern wird die Bilanzen bis zum Jahr 1999 auf weitere Unregelmäßigkeiten prüfen. Es hieß, die Nasdaq erwäge zum 5. Juli ein Delisting der Aktie. Gestern stellten die Papiere mit über 1 Mrd. Aktien an der Nasdaq einen Rekord beim Handelsvolumen auf .

Einbußen verzeichneten auch AOL Time Warner (-6 %) und Viacom (-5 %), die in der Vergangenheit durch Zukäufe stark gewachsen waren. Investoren fürchten, dass in den Bilanzen von AOL und Viacom ebenfalls mit Falschbuchungen gearbeitet wurde. Zu den jüngsten Skandalen sagte Charles White, Präsident der Investmentgesellschaft Avatar: "Gewöhnen Sie sich schon mal daran: Damit müsen wir noch eine ganze Weile leben. Die Leute sind misstrauisch geworden, und das sollten sie auch sein".

So verloren auch die Papier von IBM rund 6 %, nachdem IBM gestern Details zu der im Februar beanstandeten Bilanzierung eines Firmenverkaufes an JDS Uniphase veröffentlichte.

Der US-Konzerns 3M (+ 4 %) kündigte an, die eigene Gewinnprognose nochmals übertreffen zu können. Dies sei wegen der gestiegenen Umsätze in der Asien-Pazifik-Region möglich. 3M rechnet derzeit mit einem Gewinn von 1,13 US-Dollar je Aktie - 0,50 US-Dollar mehr als im vergangenen Geschäftsjahr.

Neue Konjunkturdaten sorgten zwar für eine Überraschung, sie lösten aber nicht den Ausverkauf an der Börse aus. Der Einkaufsmanagerindex ISM für den Monat Juni stieg stärker als erwartet. Gegenüber dem Vormonat zog der Index der bezahlten Preise auf 56,2 Punkte an. Allgemein war mit einem Anstieg auf nur 55,5 Punkte gerechnet worden. Der Index der Bauausgaben sank hingegen um 0,7 % gegenüber dem Vormonat. Hier war mit einem Anstieg von 0,2 % gerechnet worden.

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