Guter Absatz bei PCs und Servern: Dell steigert Gewinn deutlich

Guter Absatz bei PCs und Servern
Dell steigert Gewinn deutlich

Der US-Computerhersteller Dell hat im vierten Quartal 2002 von Kostensenkungen profitiert und mit seiner Gewinnsteigerung in einem schwachen Markt die Analystenprognosen genau getroffen. Für 2003 machte der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller wenig Hoffnung auf bessere Marktbedingungen.

Reuters NEW YORK/FRANKFURT. "Wir erwarten keine Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds und der Branche in der nächsten Zeit, aber eine schwache Nachfrage ist keine Entschuldigung für schlechte Ergebnisse", sagte Dell-Finanzchef James Schneider am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Im vierten Quartal steigerte der in Round Rock im US-Bundesstaat Texas ansässige Konzern den Gewinn um 32 % auf 603 Mill. Dollar oder 0,23 Dollar je Aktie. Für das laufende Quartal prognostizierte Dell einen Gewinn je Aktie in gleicher Höhe und einen Umsatz von 9,5 Mrd. Dollar, was ebenfalls den Analystenschätzungen entsprach.

Im nachbörslichen Handel stieg der Dell-Aktienkurs, der in den vergangenen Wochen von der Furcht vor einer schlechten Prognose belastet worden war, um vier Prozent. Die europäischen Technologiewerte profitierten am Freitag von den Nachrichten. "Interessant an den Dell-Zahlen ist, dass die Nachfrage in Europa immer noch robust ist", begründete ein Fondsmanager in München die Kursaufschläge. So stieg zum Beispiel der Aktienkurs des Chip-Hersteller Infineon um knapp zwei Prozent.

Dell gewinnt Marktanteile durch "effizienten Vertrieb"

Beim Konzernumsatz verbuchte Dell im vierten Quartal einen Zuwachs von 21 % auf 9,7 Mrd. Dollar. In Europa stieg der Umsatz um 19 % und übertraf erstmals die Zwei-Milliarden-Dollar-Marke, wie Europa-Chef Paul Bell erläuterte. In Deutschland, wo der Markt im vierten Quartal um zwei bis drei Prozent schrumpfte, habe Dell seinen Umsatz um 13 bis 14 % gesteigert. "In Europa wollen wir mittelfristig die Nummer eins werden, wie in den USA auch", sagte Bell in einem Reuters-Interview. Dell liegt weltweit und in Europa auf Platz zwei hinter dem US-Konzern Hewlett-Packard, der im Mai vergangenen Jahres mit dem Konkurrenten Compaq fusionierte und damit Dell von der Spitzenposition im Weltmarkt verdrängte.

Dell schafft es vor allem durch seinen effizienten Vertrieb, in einem schwachen Markt den Konkurrenten Anteile abzujagen. Der Konzern baut seine Computer und Server erst auf Bestellung und kann so die Lagerkosten niedrig halten. "Unsere Produkte liegen durchschnittlich 90 Stunden im Lager, im Vergleich zu vier bis fünf Wochen bei unseren Konkurrenten", erläutert Bell. Dadurch könne der Hersteller die fallenden Preise bei den Komponenten schnell an die Kunden weitergeben und tue das auch. "Die Komponenten-Preise fallen etwa 0,5 % pro Woche und wir senken unsere Preise entsprechend."

Auch Investoren und Analysten sind von dem Verkaufssystem überzeugt. "Das Geschäftsmodell ist dem der Konkurrenten so sehr überlegen, dass Dell ihnen immer mehr Marktanteile weg gräbt", sagte Bob Rezaee, Portfolio-Manager bei dem Vermögensverwalter Montgomery, der Anteile an Dell hält. "Anders als alle anderen, die auf eine Markterholung angewiesen sind, kann Dell darauf vertrauen, den anderen Geschäft wegzunehmen", ergänzt Barry Jaruzelski von der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Für das laufende Quartal erwartet Dell einen Anstieg der verkauften Stückzahlen um 25 % und damit mehr als das für die Branche prognostizierte Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich.

Abbau von 180 Stellen in Deutschland geplant

Deutschland bleibt nach den Worten Bells ein wichtiger Standort für den Computer-Hersteller, auch wenn in diesem Jahr 180 Mitarbeiter und damit rund ein Viertel der Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Die in Langen bei Frankfurt ansässige deutsche Tochter betreue auch Kunden in Österreich und Osteuropa. Marktführer bei PCs in Deutschland ist Fujitsu Siemens, ein Joint Venture des Siemens-Konzerns und Fujitsu aus Japan, gefolgt von Hewlett-Packard und Dell.

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