Guter Aktionärs-Zuspruch
Telekom Austria sieht Reorganisation im Plan

Reuters WIEN. Die Telekom Austria AG (TA) sieht sich beim Restrukturierungsprogramm vor dem Börsegang im Plan. Als Marktführer in allen Telekom-Bereichen in Österreich stelle die TA eine attraktive Verbindung von "new economy" mit solider Geschäftsgrundlage dar, sagte TA-Chef Heinz Sundt am Donnerstag. "Die Emission wird ein Erfolg sein und den Investoren eine interessante Perspektive bieten", sagte Sundt.

Vorher, so Sundt, müsse die TA aber noch Altlasten, vor allem im Personalbereich, bereinigen. 5 000 Menschen muss die TA in den nächsten fünf Jahren abbauen. Vorerst sollen die 15 000 Mitarbeiter der TA in die Personalmanagement GmbH überführt, aber nur 10 000 davon wieder zurück in die TA übernommen werden. Gleichzeitig sollen die alten Strukturen - 80 % der TA-Mitarbeiter sind unkündbare Beamte - aufgebrochen werden.

Zweck der Übung sei, die operativen Bereiche nur mit jenem Personal auszustatten, das es tatsächlich brauche. Für die 5 000 überzähligen Menschen sollen Lösungen gefunden werden. Die Palette reiche von Vorruhestandsmodellen, Anreizen für das Ausscheiden, Umschulungen, Ausgliederungen und nicht zuletzt Kündigungen, sagte Sundt.

Interner Arbeitsmarkt

Es solle ein interner Arbeitsmarkt eröffnet werden, um den Mitarbeitern die Chance zu geben, innerhalb der Gruppe einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Das Unternehmen seinerseits würde großes Augenmerk auf die Qualifizierung legen.

"Kündigungen sind die letzte Alternative, gänzlich umgehen kann man sie jedoch nicht", sagte Sundt. Die Kosten für diese Personalmaßnahmen lägen ungefähr bei 3,5 Mrd. ÖS.

Soweit wie möglich sollen die Kosten in den Bilanzen 2000 und 2001 verdaut werden. Die TA erwartet für 2000 nach früheren Angaben einen Verlust von bis zu fünf Mrd. ÖS. Im ersten Halbjahr hat die TA nach US-GAAP (General Accepted Accounted Principles) Umsatzerlöse von 1,921 (1,848) Mrd. Euro verzeichnet. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) beträgt 606 (797) Mill. Euro, sagte Sundt. Das operative Ergebnis sank auf 88 (280) Mill. Euro.

Zufrieden mit dem Aktionärs-Interesse

Zufrieden sei die TA mit dem bisherigen Zuspruch für die Aktie. 85 000 Vorverkaufstickets seien bereits verteilt worden, sagte Sundt. Die TA wird voraussichtlich in Wien und New York - deshalb die Rechnungslegung nach US-GAAP - notieren. In einem ersten Schritt sollen rund 25 % von der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) verkauft werden.

Details zur Emission wollte Sundt nicht nennen. Günstiger wäre es jedenfalls, wenn die Auktion der Lizenz für UMTS (Universal Mobil Telecom System) noch vor dem Börsegang stattfinde. "Die Unsicherheit für Investoren, ob wir eine Lizenz haben werden oder nicht, wäre vorbei", sagte Sundt. Er bekräftigte seine Hoffnung, dass die UMTS-Lizenz günstig sein werde.

Die Telekom Control GmbH hat den Termin für die Auktion auf 2. November 2000 vorverlegt. In Medien wurde darüber spekuliert, dass die ÖIAG auf den Regulator dahingegehend Einfluss genommen habe, dass die Auktion vor dem Börsegang abgeschlossen sei. Sundt sagte, er habe nicht interveniert.

Milliardeninvestitionen für Netzausbau

Die Phantasie für den Investor stecke darin, dass die TA in allen Telekom-Bereichen - Sprachtelefonie, Datendienste, Mobilfunk und Internet - Marktführer in Österreich sei, sagte Sundt. Hinter der TA stecke also nicht nur das Schlagwort von der "new economy", sondern mache in diesem Geschäft bereits Umsätze von 50 Mrd. ÖS.

In den Netzausbau will die TA in den nächsten Jahren fünf bis acht Mrd. ÖS investieren. Damit soll ein leistungsfähiges Breitbandnetz geschaffen werden, das das Rückgrat für die zunehmend integrierten Dienste der TA schaffen soll.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%