"Guter Anfang"
Argentinien erhält noch keine Kreditzusage

Optimistisch hat sich der argentinische Wirtschaftsminister Jorge Remes Lenicov zum Ende seines Besuchs beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington am Mittwoch gezeigt, auch wenn keine Zusagen über die Wiederaufnahme von Mittelvergaben gemacht wurden.

vwd WASHINGTON. Im Anschluss an seine Treffen mit dem Geschäftsführenden IWF-Direktor Horst Köhler und US-Finanzminister Paul O'Neill sagte Lenicov, er habe den Weg für die Wiederaufnahme der Beziehungen zu den internationalen Finanzinstitutionen geebnet.

Sobald Argentinien einen konkreten Plan zur Sanierung der Wirtschaft vorlege, sei der IWF bereit, offiziell Verhandlungen über eine Wiederaufnahme der Kreditvergabe zu beginnen. Die argentinische Regierung sei dabei auf gutem Wege und habe u.a. vor, die Steuerverwaltung zu reformieren, die Fiskalpolitik zu straffen, mit den Provinzregierungen Vereinbarungen über Haushaltskürzungen zu treffen und die Auslandsschulden umzustrukturieren.

Der IWF bezeichnete den Besuch Lenicovs in einer Mitteilung lediglich als "guten Anfang" für eine neue Beziehung. Man werde Kontakt zu Minister Remes und seinem Team halten und weiterhin Unterstützung bieten. Zuvor hatte ein Sprecher des IWF gesagt, das Land habe bisher keinen angemessenen Plan zur Überwindung der Rezession vorgelegt. Es seien Fortschritte zu verzeichnen, aber in naher Zukunft werde Argentinien noch keine neuen Mittel des IWF erhalten. Von Vertretern Argentiniens hieß es, man brauche rund 20 Mrd. $ an neuen zinsgünstigen multilateralen Krediten, um das Bankensystem zu stützen und die Wirtschaft aus der Rezession zu holen.

Das argentinische Wirtschaftsministerium meldete unterdessen, das Haushaltsdefizit habe 2001 insgesamt 9,087 Mrd. $ und im Dezember 1,157 Mrd. $ betragen. Der IWF hatte im Dezember die Zahlungen an Argentinien eingestellt, da sich bereits abzeichnete, dass das für 2001 angepeilte Defizit von 6,5 Mrd. $ überschritten werden würde.

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