Guter Auftakt der Basketball-WM in den USA
Nowitzkis Truppe überrennt die Chinesen

30 Punkte erzielt, nebenbei acht Rebounds gepflückt und alle neun Freiwürfe verwandelt. Nicht nur statistisch gesehen ist Deutschlands Ausnahme-Basketballer Dirk Nowitzki auf trefflichem Weg, einer der Superstars bei der 14. Weltmeisterschaft in Indianapolis zu werden. Dank ihres charismatischen Überfliegers vom NBA-Club Dallas Mavericks übersprangen die deutschen Korbjäger bei ihrem ungefährdeten 88:76 (45:31) nahezu mühelos die "chinesische Mauer".

HB INDIANAPOLIS. Schon vor dem von allen mit Spannung erwarteten Duell mit dem favorisierten WM-Gastgeber USA am Samstag stand die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Dettmann mit einem Bein in der Zwischenrunde und konnte weiter von großen Zielen träumen. Denn das letzte Spiel der Vorrunde am Sonntag (00.30/MESZ/ARD) gegen Algerien wird nur eine Pflichtübung sein. Diesen Eindruck vermittelte jedenfalls der vom deutschen Assistenztrainer Armin Andres als "Zockertruppe" eingestufte afrikanische Vize-Meister bei seiner 60:110-Schlappe gegen die US-Boys aus der NBA.

Dettmann atmete nach seiner erfolgreichen WM-Premiere auf: "Dieser Sieg im ersten Spiel eines Turniers war enorm wichtig. Das gibt der Mannschaft noch mehr Selbstvertrauen, das sie ohnehin schon hat. Die Jungs sind ja nicht dumm. Sie wissen, was sie können." In der "Trostrunde" der vier am Schlechtesten platzierten Teams müssen die deutschen Korbjäger nach Lage der Dinge nicht antreten.

Doch es war nicht Nowitzki allein, der den Asienmeister mit dem talentierten 2,26 m-Riesen Yao Ming (16 Punkte) und dem 2,10 m großen 131-Kilo-Koloss Mengke Bateer (22) auf Normalmaß schrumpfen ließ. Der 2,14 m lange Center Patrick Femerling vom FC Barcelona zermürbte zusammen mit dem Kölner Kämpfer Stephen Arigbabu mit seinen Defensiv- Qualitäten den früh foul-belasteten Ming. Der in seiner Wirkung oft unterschätzte Arigbabu bekam ein Sonderlob des Trainers ab. Dettmann: "Er ist ein unglaublich guter Teamspieler mit großem Herz. Er hat all das, was wir Finnen 'Sisu' nennen - Kampfgeist und Willensstärke."

Stefano Garris überzeugt

Den neben Nowitzki diesmal auffälligsten Spieler brachte Dettmann mit in die Pressekonferenz: Stefano Garris. "Wir haben uns auf die einfachen, aber wesentlichen Dinge wie Defensive und Rebounding konzentriert und das hat geklappt", sagte Garris. Was der vor Spielfreude sprühende und in Defensive wie Offensive gleichermaßen starke Berliner Youngster ablieferte, war vom Feinsten und ließ auch die von den Indiana Pacers in der NBA verwöhnten US-Fans unter den nur 5 500 Zuschauer im 32 000 Besucher fassenden RCA Dome nicht kalt.

Seine Dunkings, bei denen er den Ball nach spektakulärem Anlauf in den 3,05 m hohen Korb "stopft", hatten NBA-Reife. Garris' Berliner Teamgefährte Misan Nikagbatse traf bei gleicher Gelegenheit nicht auf die Gegenliebe der Schiedsrichter. Als der 20-Jährige nach erfolgreichem Dunking sekundenlang am Ring baumelte, kassierte er prompt ein technisches Foul.

Dettmann hat einen Narren an seinen verspielten "jungen Wilden" gefressen und war nach dem Richtung weisenden Sieg im Schlüsselspiel gegen die Chinesen sichtlich aufgekratzt. "Wenn man die Amis schlagen will, muss man sie im Finale schlagen", sagte der 44-Jährige augenzwinkernd. Ernsthaft glaubt der humorvolle Finne an diese kaum vorstellbare Konstellation nicht. Doch die Eigendynamik, die seine intakte und charakterlich gefestigte Mannschaft schon bei ihrem überraschenden 4. Platz bei der Europameisterschaft im September 2001 in der Türkei entwickelte, lässt auch bei der WM Freiraum für Träume. Dettmann: "Wir sind wieder ein Jahr älter, und diese Erfahrung hilft uns immer weiter."

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