Guter Rat an Hingis
Davenport lässt Seles schlecht aussehen

Lindsay Davenport hat im Dauerduell mit Monica Seles das Tennisturnier in Tokio gewonnen und die Nachfolge von Martina Hingis angetreten. Die Amerikanerin hatte am Sonntag nur im ersten Satz des Endspiels Probleme mit der topgesetzten Seles und kam in 103 Minuten zu einem 6:7 (6:8), 6:1, 6:2-Erfolg.

HB/dpa TOKIO. Im 13. Vergleich war es der 10. Sieg der an Nummer drei gesetzten Lindsay Davenport, der eine lange Flaute beendete. Zuletzt hatte die Weltranglisten-Zehnte im Oktober 2001 in Linz ein WTA-Turnier gewonnen.

In Mailand stand Jewgeni Kafelnikow im Finale gegen den Niederländer Martin Verkerk. Der an fünf gesetzte Russe, der nach dem Daviscup-Triumph gegen Frankreich seine Karriere eigentlich schon beendet hatte, setzte sich in der Vorschlussrunde mit 7:6 (10:8), 6:3 gegen den Finnen Jarkko Nieminen durch und galt im Finale als klarer Favorit. Verkerk kämpfte den Kroaten Ivan Ljubicic in einem spannenden Match mit 3:6, 7:5, 7:6 (7:1) nieder.

"Als ich den ersten Satz verloren hatte, bin ich aufgewacht. Danach habe ich gespielt wie lange nicht mehr. Das war mein bestes Tennis seit Jahren", sagte die 26-jährige Davenport, die das Match mit ihrem 16. Ass beendete. "Mein Service war ganz sicher ein Grund dafür, dass ich das Match noch herumbiegen konnte."

Während die eine immer besser wurde, ließ die andere zusehends nach. "Im gleichen Maße, in dem Lindsay zu ihrer Aufschlagstärke zurückfand, hat mich mein Aufschlag im Stich gelassen", sagte Monica Seles. "Aber es geht auch bei mir stetig bergauf. Ich hoffe, in Wimbledon bin ich wieder unter den besten fünf."

Auch im Vorjahr hatte Seles das Finale verloren. Damals siegte Martina Hingis, die nach einer Fußoperation womöglich nie wieder WTA- Turniere spielen wird. Davenport, die nach einer Knieoperation im Vorjahr auch lange pausieren musste, bedauerte dies am Rande der Pan- Pacific-Open und forderte die frühere Weltranglistenerste auf: "Hör auf, dich selbst zu bemitleiden." Den wahren Grund dafür, dass die 22-Jährige nicht zurückkomme, sei die Angst vor einer Blamage. "Ich glaube, sie will nicht gegen Spielerinnen verlieren, gegen die sie nie zuvor verloren hat. Diese Furcht muss man aber überwinden. Man muss damit umgehen."

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