Guter Rat für Gründer
Vorsicht vor schlechten Beratern und falschen Engeln

Erfolgreiche Geschäftsmodelle sind begehrt. Der Kapitalmarkt sucht nach wie vor Hände ringend nach renditeträchtigen Investitionsmöglichkeiten - trotz allen Unkenrufen, welche die New Economy seit dem Einbruch am Neuen Markt begleiten.

DÜSSELDORF. Startups haben weiterhin Konjunktur. Längst sind es nicht mehr nur die Venture-Capital-Gesellschaften, die Jagd auf hoffnungsvolle Jungunternehmer machen. Auch andere Berufsgruppen wittern Gewinne in der Startup-Szene. Zum Beispiel Unternehmensberater. Deren Rechnung liegt auf der Hand: Startups sind jung, unerfahren und brauchen Unterstützung, umfassend, schnell. Die Existenzgründer müssen eine Unternehmensstruktur aufbauen, um Kapitalgeber werben, Kunden suchen. Sie können Hilfe gut gebrauchen.

Doch Startups sollten sehr vorsichtig sein, wer genau da Hilfe anbietet. Berater oder Consultant kann sich jeder nennen, es gibt nach wie vor keine geschützte Berufsbezeichnung.

In der vergangenen Zeit kam es immer wieder vor, dass Berater als vermeintliche Business Angels den Kontakt zu den Jung-Unternehmen suchten, um ihre Leistungen anzubieten. Besonders fragwürdig ist dieses Vorgehen, wenn die Existenzgründer Beratungsleistung mit Unternehmensanteilen bezahlen sollen. Wer sich auf einen solchen Deal einlässt, sollte am besten gleich vom Unternehmerdasein Abstand nehmen. Kein Berater auf der Welt ist es wert, dass seine Leistungen mit einer Unternehmensbeteiligung honoriert werden.

Erfahrene Unternehmensberater können jungen Startups durchaus viel nützen. Allerdings muss dem Gründer bewusst sein, dass alle Dienstleistungen Geld kosten. Der Erfolg einer jeden Beratung hängt ganz maßgeblich von den Fähigkeiten des Unternehmensberaters ab. Wer mehrere Tausend Mark für einen Beratertag bezahlt hat, kann am Ende des Tages genau überprüfen, was konkret er für sein Geld bekommen hat. Wenn allerdings als Honorar eine Anzahl von Unternehmensanteilen den Besitzer wechseln, ist diese Kosten-Nutzen Rechnung sehr viel schwieriger zu machen.

Wie können sich Startups aber vor den falschen Beratern schützen? Der wichtigste Grundsatz lautet: Ganz genau hinschauen! Wer bei der Frage nach Referenzen, nach Erfahrungen bereits ins Stolpern kommt, wer nicht ganz konkret seine Kunden, seine Projekte und natürlich auch seine Erfolge offenlegt, wer keine Ansprechpartner bei seinen Referenzkunden nennen kann oder will, disqualifiziert sich selbst. Und wenn ein Berater Referenzen aufzählt, sollte sich der Gründer nicht scheuen, dort auch nachzufragen. Außerdem bieten Startups untereinander ein wichtiges Informationsnetzwerk, das viel zu selten genutzt wird.

Für Business Angels gilt, dass diese über eigene unternehmerische Erfahrung verfügen müssen - wenn sich also ein Business Angel anbietet, muss er schon einmal entweder als Entrepreneur oder als unternehmensleitender Manager gearbeitet haben. Jemand, der noch nie selbst die Irrungen und Wirrungen des Unternehmensmanagements erlebt und gemeistert hat, kann kein wirkliches Know-how für Startups mitbringen. Außerdem: Ein seriöser Berater lässt sich seine Leistung bezahlen - ein Business Angel hingegen bringt Geld ins Unternehmen.

Wichtig und hilfreich ist es, den Kontakt zu regionalen Gründernetzwerken zu suchen. In solchen überschaubaren Kreisen trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Hier existiert eine Art Selbstkontrolle, die den schwarzen Schafen unter den Beratern und unter den Engeln das Leben schwer macht. Man kennt sich, und man weiß um die Fähigkeiten und vor allem um die Motivationen des anderen. Außerdem dienen die hohen Qualitätskriterien der Netzwerke gleichzeitig als reinigende Eintrittsbarriere für Neuankömmlinge in einer Gründerszene.

Aber Vorsicht! Selbst ein noch so gutes Netzwerk ist nicht vor schlechten Beratern und falschen Engeln gefeit. Daher gilt: Achten Sie auf die Referenzen und teilen Sie Ihre Erfahrungen, gute wie schlechte, mit anderen Gründern und den Gründernetzwerken.

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