Guter Start ins Jahr 2003
Edeka setzt auf Discount und Delikatessen

Mit Angeboten vom Discount-Artikel bis zur Delikatesse hat sich der Lebensmittelhändler Edeka auf das veränderte Konsumverhalten der Verbraucher eingestellt. Wer früher Premium- Artikel kaufte, greife heute zu einer niedrigeren Preisklasse, sagte der zum 30. April ausgeschiedene Vorstandschef der Edeka Zentrale AG, Hermann Ruetz, am Mittwoch in Hamburg. Sein Nachfolger ist seit Anfang Mai Alfons Frenk.

HB/dpa HAMBURG. Trotz der Konsumzurückhaltung zeigte sich Ruetz zufrieden mit den ersten vier Monaten 2003, die der genossenschaftlichen Edeka-Gruppe (Einzelhandel plus Kooperationspartner) ein Umsatzplus von 3,0 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum brachte.

Der Absatz der Mehrweg-Getränke hat sich nach den Worten von Ruetz sehr gut entwickelt. "Wir überlegen, ob wir die Einwegprodukte gänzlich auslisten, wenn es zu einer Neuregelung des Dosenpfands im Herbst kommt", sagte Ruetz. Angesichts der knappen Margen bei Einweg- Artikeln seien teuere Investitionen in Rücknahmesysteme wie Automaten dann nicht zu finanzieren.

Das Discount-Sortiment "Gut und Günstig" mit 500 Artikeln, darunter wie bei Billig-Konkurrenten seit April auch Frischfleisch an Selbstbedienungstheken, hat laut Ruetz bereits in 2002 "gezündet und gewaltige Zuwachsraten erzielt". Es steuert rund zwölf Prozent zum Gesamtumsatz bei, der in der Gruppe 2002 mit 32,5 Mrd. ? auf Vorjahresniveau lag. "Wir haben in 2002 rund 2,5 % mehr Ware bewegt, was sich aber nicht im Umsatz niederschlug", sagte Ruetz mit Blick auf die preissensiblen Kunden.

Den Löwenanteil der Erlöse (70 %) macht der größte deutsche Lebensmittel-Einzelhändler mit seinen 3500 DMenartikeln. Mit 150 ausgewählten "Star-Marken" zum Dauertiefpreis will Edeka die Discounter angreifen. Zwischen beiden Sortimenten sind die 13 Eigenmarken mit rund 1000 Artikeln positioniert. Edeka hält in Deutschland einen Marktanteil von 21 %.

Die Gruppe sieht sich nach ihrer Umstrukturierung mit der Zusammenlegung auf nur noch sieben (vorher 14) Edeka-Gemeinschaften für die Zukunft gerüstet. Ein zentrales Einkaufsgremium in Hamburg verhandelt mit Lieferanten über rund 60 % des Umsatzes. 250 Supermärkte mit mehr als 1000 Quadratmeter Fläche sollen in 2003 hinzukommen, bis zu 300 können mangels Inhabernachfolge oder Wettbewerbsfähigkeit vom Markt verschwinden. Für die Neugründungen sowie Modernisierungen in Logistik und EDV werden 400 Mill. ? bereitgestellt. Edeka zählt 4400 selbstständige Kaufleute und insgesamt 9000 Supermärkte einschließlich Filialen.

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