Gutes operatives Ergebnis im dritten Quartal
T-Online übertrifft alle Erwartungen

Der größte europäische Internetanbieter T-Online hat im dritten Quartal ein deutlich besseres operatives Ergebnis erwirtschaftet als von Analysten erwartet. Die Tochter der Deutschen Telekom hob darauf am Mittwoch ihre Gesamtjahresprognose 2002 für den operativen Gewinn deutlich an.

Reuters DARMSTADT. T-Online teilte in Darmstadt mit, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) habe in den Monaten Juli bis September 35,6 Millionen Euro betragen nach 28,82 Millionen Euro im Vorquartal, in denen sogar ein Verkaufserlös in Höhe von 27,3 Millionen Euro enthalten war. An der Börse wurden T-Online-Aktien zunächst mit einem deutlichen Aufschlag gehandelt, fielen aber mit dem schwachen Markttrend um 2,9 Prozent auf 7,34 Euro zurück. Analysten äußerten angesichts des durchschnittlich erwarteten Ebitdas von 17,97 Millionen Euro Unverständnis über den Abwärtstrend.

Als Begründung für die deutliche Steigerung des operativen Gewinns nannte T-Online höhere Umsätze mit Internet-Zugängen und Werbung sowie Effizienzsteigerungen im Konzern, die noch nicht ausgeschöpft seien. Trotz "schlechtem Konsumklima" seien die Erlöse im Quartalsvergleich um knapp drei Prozent auf 383,05 Millionen Euro und der Kundenstamm um 2,4 Prozent auf europaweit 11,85 Millionen Nutzer gestiegen.

"Wir sind zuversichtlich, im Jahr 2002 ein Ebitda von 100 Millionen Euro zu erreichen", sagte Vorstandschef Thomas Holtrop in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Bislang hatte T-Online nur auf Analysten-Prognosen verwiesen, wonach das Ebitda im laufenden Jahr ohne den Sondererlös aus dem Verkauf der Tochter T-Motion zwischen 30 und 40 Millionen Euro liegen werde. Der Umsatz wird nach Firmenangaben "mit Sicherheit" 1,6 Milliarden Euro erreichen.

Trotz nahezu stagnierender Teilnehmerzahlen verbesserte sich die Geschäftssituation der ausländischen Töchter in Frankreich und Spanien weiter und trug damit zum Anstieg des operativen Gewinns im Berichtszeitraum bei. Im Geschäftsjahr 2004 sollen die Auslandstöchter, zu denen auch noch Österreich und die Schweiz zählen, die operative Gewinnschwelle erreichen.

Auch die durch den Abzug des Materialaufwands vom Umsatz ermittelte Rohertragsmarge kletterte weiter und erreichte 50,8 Prozent im dritten Quartal nach 47,1 Prozent im Vorquartal. Als Grund wurde eine bessere Auslastung der eingekauften Kapazitäten angeführt. Finanzchef Rainer Beaujean will die Marge eigenen Angaben zufolge bei über 50 Prozent stabil halten.

T-Online vervielfachte jedoch den Konzernverlust auf 271,8 Millionen Euro, da die 21,3-prozentige Beteiligung an dem Online-Broker Comdirect um 223,85 Millionen Euro wertberichtigt werden musste. Im Vorquartal hatte der Konzernverlust nur 47 Millionen Euro betragen, positiv beeinflusst durch den Verkaufserlös von T-Motion von 27,3 Millionen Euro. T-Online und die Comdirect Bank waren im Jahr 2000 eine Kreuzbeteiligung eingegangen. Beide Konzerne haben ihre gegenseitigen Beteiligungen nun angesichts der stark gefallenen Aktienkurse wertberichtigt.

Firmenchef Holtrop äußerte sich weiterhin vorsichtig zu Details der vor Monaten angekündigten Expansion in West- und Osteuropa. "Wir werden unsere (Finanzreserven von) 3,6 Milliarden Euro und unsere Aktien dann einsetzen, wenn die Zeit reif ist für eine Konsolidierung", sagte Holtrop. In Osteuropa sei die Zeit für einen Markteinstieg zwar bereits gekommen, doch seien die Pläne angesichts der Sparbemühungen der Mutter Deutsche Telekom zunächst bis Jahresende zurückgestellt worden.

Strategisch will sich T-Online noch stärker als bisher auf das Geschäft mit schnellen DSL-Internetanschlüssen im In- und Ausland konzentrieren. Im kommenden Jahr soll erstmals mehr Kunden einen DSL-Internet-Anschluss bei T-Online buchen als einen herkömmlichen Modem-Anschluss.

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