Gutes Trainingslager
Top-Favorit Hannawald stapelt tief

Top-Favorit Sven Hannawald stapelt vor der ersten WM-Entscheidung der Skispringer tief. "Von mir wird man nie, aber auch wirklich nie hören: Ich hole Gold. Das sind Wunschträume, und die haben bekanntlich nichts mit der Realität zu tun", erklärte der Weltcup-Spitzenreiter aus Hinterzarten am Dienstag auf seiner Internet-Homepage.

HB/dpa VAL DI FIEMME. Wenn am Samstag auf der Großschanze in Predazzo der Weltmeister gekürt wird, spielten zu viele Faktoren eine Rolle. "Wie kommt der Wind, in welchem Zustand ist die Schanze, Tagesform - das alles ist nicht vorhersagbar", meinte Hannawald.

Der 28-Jährige kommt nach sechs Saisonsiegen dennoch kaum um die Favoritenrolle herum. Zumal die unmittelbare WM-Vorbereitung im Trainingslager in St. Moritz Anlass zu Optimismus gibt. "Es war super. Ich bin sehr zufrieden. Ich bin auf der kleinen Schanze zum ersten Mal vom untersten Balken gestartet, und es ging dennoch verhältnismäßig weit", berichtete der Skiflug-Weltmeister.

Hannawald will die Titelkämpfe nun in vollen Zügen genießen. "Es ist etwas Besonderes. Ich freue mich enorm darauf und hoffe, dass es ein schönes Erlebnis wird. Dazu gehört natürlich eine gute Leistung", meinte Hannawald, der auf sein altes Material setzt. "Ich bin mit meinem System vollkommen zufrieden", sagte der Mannschafts- Olympiasieger, der auch für die Team-Konkurrenz am Sonntag die Erwartungen dämpft. "Die Voraussetzungen, um das Paket Deutschland nach vorne zu bringen, sind generell da. Wir gehen positiv an die WM heran. Aber wir sagen nicht, dass wir unbedingt eine Medaille gewinnen wollen. Das geht in die Hose", meinte der Schwarzwälder.

Bei der WM wird Hannawald ein Zimmer mit Martin Schmitt bewohnen. Der Titelverteidiger auf der Großschanze kann Zuspruch gebrauchen, ist er doch in diesem Winter das Sorgenkind im deutschen Team. "Ich gebe gerne Tipps. Aber was bei mir passt, muss nicht für die anderen richtig sein. Jeder springt für sich und sucht nach seinem eigenen System", sagte Hannawald.

Dieses System hat Schmitt noch nicht gefunden. "Ich bin sicher nicht zufrieden mit der Situation. Nach jedem Trainings- oder Wettkampftag gibt es mit den Trainern lange Diskussionen, was uns jetzt nach vorne bringt. Wir versuchen, intensiv daran zu arbeiten", erklärte der viermalige Weltmeister in einem Interview der "Frankfurter Rundschau" (Dienstagausgabe).

Der 25-Jährige hat die Titelverteidigung bereits abgehakt und setzt ganz auf die Team-Entscheidung. "Sven Hannawald ist in einer Superform, aber wir anderen wissen alle, dass wir noch aufholen müssen. Ich denke, dass uns das auch gelingt", erklärte er zuversichtlich. Angesichts der Stärke der Österreicher und Norweger werde die Luft nach ganz vorn zwar dünn, ein Platz auf dem Treppchen solle aber herausspringen. "Unser Ziel ist eine Medaille", so Schmitt.

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