Gutes USA-Geschäft - Aktienkurs steigt
Starker Euro bremst Schering-Umsatz

Vor allem auf Grund des stärkeren Euro hat der Berliner Pharmakonzern Schering im zweiten Quartal 2002 ein schwächeres Umsatzwachstum verzeichnet. Der Konzern steigerte nach eigenen Angaben vom Freitag die Erlöse um vier Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Obwohl auch der Betriebsgewinn unterhalb der Erwartungen von Analysten lag, bekräftigte Schering seine Prognose, den Gewinn in diesem Jahr zweistellig zu steigern.

Reuters BERLIN. "Unser Wachstumskurs setzt sich fort", sagte Vorstandschef Hubertus Erlen. Auch in den kommenden Jahren werde der Gewinn zweistellig wachsen. Finanzvorstand Klaus Pohle wies daraufhin, dass sowohl der Dollar als auch der Yen in den vergangenen Monaten gegenüber dem Euro deutlich nachgegeben haben. Der Gewinn sei durch Währungssicherungs-Geschäfte davon kaum betroffen.

Der Umsatz 2002 könne aber in Euro nun im mittleren einstelligen statt wie bisher prognostiziert im hohen einstelligen Bereich liegen, sagte Pohle. Schering erzielt mehr als die Hälfte seiner Erlöse außerhalb des Euro-Raumes. Pohle kündigte ferner an, Schering werde für insgesamt 250 Millionen Euro eigene Aktien voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Monate zurückkaufen. Die Schering-Aktie stieg am Freitag in einem schwachen Markt um rund drei Prozent.

Betriebsgewinn unter den Anlaysten-Erwartungen

Der Betriebsgewinn ist im zweiten Quartal Schering zufolge um sieben Prozent auf 185 Millionen Euro gestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg des Betriebsgewinns um knapp 13 Prozent gerechnet. Die niedrigste Gewinnerwartung hatte hierbei bei 182 Millionen Euro gelegen, die höchste bei 228 Millionen Euro.

Der Konzerngewinn betrug den Schering-Angaben zufolge 138 Millionen Euro im zweiten Quartal, bereinigt um die Erlöse aus dem Verkauf des 24-Prozent-Anteils an dem Pflanzenschutz-Unternehmen Aventis CropScience.

"Expansion geht gut voran"

Die Expansion in den USA, eines der wichtigsten Unternehmensziele, kommt nach Angaben des Konzerns gut voran. Kursbereinigt habe man im zweiten Quartal ein Absatzplus von 22 Prozent erwirtschaftet. "Damit liegen wir über unseren eigenen Erwartungen", sagte Vorstandschef Erlen. Dazu hätten auch die neuen Präparate wie die Anti-Baby-Pille Yasmin und das Krebsmedikament Campath mit einem deutlichen Absatzplus beigetragen.

Yasmin sei mit einem Anteil von 4,5 Prozent bei den Neuverschreibungen die erfolgreichste Markteinführung in diesem Bereich in den letzten Jahren gewesen, erklärte Schering. Auf Grund des starken Dollars habe das Umsatzplus aber nur zwölf Prozent betragen. Im Jahr 2005 will Schering fast ein Drittel seiner Erlöse in der Region erzielen. Derzeit sind es rund 25 Prozent. Von der Diskussion über Nebenwirkungen von Hormonersatztherapien in den USA sieht Schering seine Produkte nicht betroffen. Die eigenen Präparate hätten andere Wirkstoffe als die in Studien untersuchten. Dabei war der Verdacht aufgekommen, sie erhöhten das Krebsrisiko. In der Folge war auch die Schering-Aktie unter Druck gekommen.

Betaferon legt auf dem US-Markt zu

Scherings wichtigstes Präparat, das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon, konnte trotz verschärften Wettbewerbs in den USA deutlich besser verkauft werden. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal wechselkursbereinigt um 29 Prozent. Diese Steigerungsrate führt Schering aber auch auf Einmaleffekte bei der Eindeckung durch Großhändler zurück. Finanzvorstand Pohle erhöhte die Prognose für Betaferon leicht auf ein Umsatzplus auf bis zu 16 Prozent. Bislang war der Konzern von 12 bis 15 Prozent ausgegangen.

Der Schweizer Konkurrent Serono hatte Anfang des Jahres sein MS-Medikament Rebif eingeführt und ist eine Vertriebspartnerschaft mit dem Pfizer-Konzern eingegangen. Diese Konkurrenz hatte den US-Konzern Biogen bereits veranlasst, seine Umsatz und Gewinn-Prognosen zurückzunehmen. Schering sieht sich jedoch deutlich weniger betroffen.

Japan macht weiter Probleme

Zu schaffen macht Schering allerdings weiter der japanische Markt. Der Umsatzrückgang fiel indes im ersten Halbjahr mit zwölf Prozent geringer aus als noch im ersten Quartal, als er 15 Prozent betragen hatte. Die japanische Regierung hatte Preissenkungen für Medikamente verordnet, zudem macht sich der Verfall des Yen bemerkbar.

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