Gutes Weihnachtsgeschäft
Noch kein Zeichen für eine Wende

Die Konsumfreude zu Weihnachten kommt für die Konjunkturexperten wie für die Einzelhändler gleichermaßen überraschend.

Nach den schrecklichen Ereignissen vom 11. September waren viele davon ausgegangen, dass sich die Verbraucher in diesem Jahr stark zurückhalten würden - zumal sich die Konjunktur weltweit abgekühlt hat und die Angst vor der Arbeitslosigkeit groß ist. Dieses Stimmungsbild belegt auch das Konsumbarometer, das sich seit Jahresmitte unaufhaltsam nach unten bewegt.

Ob die vorweihnachtliche Konsumfreude deshalb bereits als Signal für eine Trendwende bei der Konjunktur gewertet werden darf - wie Wirtschaftsminister Werner Müller das tut -, scheint fraglich. Im kommenden Jahr werden erneut Belastungen auf die Deutschen zukommen. So steht die zweite Stufe der Ökosteuer an, durch die der Liter Benzin um sechs Pfennig teurer wird. Die Krankenkassenbeiträge werden ebenfalls steigen. Die Politik der rot-grünen Bundesregierung wird also der Konsumfreude der Bundesbürger zweifellos einen Dämpfer versetzen.

Tatsächlich spricht vieles dafür, dass die Kauflust im Dezember nicht mehr ist als die berühmte Schwalbe, die eben noch keinen Sommer macht. Sie ist ein kurzer Ausreißer nach oben, begünstigt durch Sonderfaktoren: So nutzen viele Bürger im Weihnachtsgeschäft noch die letzte Chance - vor Einführung des Euros -, ihr Schwarzgeld für Konsumgüter auszugeben. Zudem halten sich die Bundesbürger - wie die Zahlen der Tourismus-Branche belegen - seit den Terroranschlägen mit Urlaubsreisen zurück. Das so gesparte Geld werden sie zweifellos dafür verwenden, um sich zu Weihnachten noch etwas Gutes zu gönnen und sich die Festtage angenehm zu gestalten. Führte der erste Schock nach den Anschlägen zunächst zum Konsumverzicht, so versucht man sich nun ein Stückchen heile Welt zu schaffen. Das liegt in der Natur des Menschen.

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