Guttenberg-Familie gibt ihre Anteile vollständig ab
Hypovereinsbank engagiert sich bei Rhön Klinikum

Wie die im MDax gelistete Gesellschaft aus Bad Neustadt an der Saale am Mittwoch bekannt gab, hat das bayerische Bankhaus knapp 27 % der Anteile übernommen, die sich bislang in dem Besitz der Familie von und zu Guttenberg befunden hatten.

FRANKFURT/M. Der weiterhin mit rund 24 % beteiligte Vorstandschef Eugen Münch betonte, dass es dem Unternehmen mit Blick auf die erwartete Privatisierungswelle im Krankenhaussektor wichtig gewesen sei, einen finanzstarken Partner an Bord zu holen. Die Hypovereinsbank, die das Unternehmen 1989 an die Börse gebracht hatte, möchte den Einstieg jedoch als reine Finanzinvestition verstanden wissen.

Münch zufolge ist das Rhön-Klinikum für künftige Übernahmen nicht unbedingt auf Finanzspritzen angewiesen: "Aus eigener Kraft können wir etwa 200 bis 300 Mill. Euro investieren, ohne unsere Bilanzstruktur anzukratzen." Die neue Großaktionärin hält sich denn auch mit Finanzierungszusagen zurück: Über Kredite und deren Konditionen werde auch weiterhin im Einzelfall entschieden. "Wenn jemand einen guten Preis zahlt, verkaufen wir die Beteiligung vielleicht auch bald wieder", sagte die Hypovereinsbank-Sprecherin. Wie viel die Münchner Banker selbst für die Anteile an Georg Enoch von und zu Guttenberg und seine beiden Söhne zahlten, soll geheim bleiben.

Im deutschen Krankenhaussektor, der zu überwiegender Mehrheit noch in öffentlicher Hand liegt, gehört das Rhön-Klinikum zu den privaten Marktführern. Münch schätzt den aktuellen Marktanteil seines Unternehmens, das 1982 in das Geschäft mit Akut-Kliniken einstieg, und lediglich eigene Häuser betreibt, auf 1,2 %. Etwa doppelt so groß sei der Anteil der 1976 von privaten Krankenversicherern gegründeten Sana GmbH. -Kliniken

Sie betreibt auch Kliniken, die ihr nicht selbst gehören. Etwas kleiner als das Rhön-Klinikum, das im Geschäftsjahr 2000 rund 669 Mill. Euro umsetzte und einen Überschuss von knapp 68 Mill. Euro verbuchte, ist die Helios Kliniken GmbH. Das in Fulda ansässige Unternehmen setzte im Jahr 2000 rund 420 Mill. Euro um und erzielte nach Steuern einen Gewinn von 12,5 Mill. Euro. Die ebenfalls börsennotierte Mediclin AG setzte 2000 etwa 301 Mill. Euro um, bei einem Ergebnis von gerade einmal 6,6 Mill. Euro.

Nach teilweise spektakulären Übernahmen, wie der des Berliner Großklinikums Buch, erwartet die Branche weitere dramatische Umwälzungen. Dafür sorgen nicht nur die leeren öffentlichen Kassen, sondern auch die Einführung der so genannten Fallpauschale. Im Gegensatz zu vielen öffentlichen Trägern arbeiten private Betreiber meist effizient genug, um Krankenhausaufenthalte nicht mehr nach der Liegedauer, sondern - wie künftig vorgeschrieben - nach dem Krankheitsbild des Patienten abzurechnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%