Haarmode á la Beckham
Matte, Mozart, Minipli

Aus Niederlagen lernen - eine Kunst, die Englands Ex-Sorgenfuß und wieder in Amt und Würden kurierter Mittelfeld-Houdini David Beckham offenbar nur mit eheweiblichem Beistand beherrscht.

Es war ein Samstag - England bestritt nebenbei ein Achtelfinalspiel gegen die Dänen - als Beckhams halbherzig durchfrisierter Irokese dem Wolkenbruch nicht länger widerstand und formlos die Kalotte des Begnadeten verunzierte.

Dessen mit dem herrlich britischen Vornamen Victoria versehene Gattin rang zeitgleich vor der heimischen Mattscheibe klebend um Fassung - die singende Gewürzmaid witterte instinktsicher die dräuende nationale Katastrophe, griff zum Hörer und wies des Gatten Leibfriseur Aidan Phelan an, Schere, Kamm und Lockenwickler fallen zu lassen und sich ins Land der aufgehenden Sonne zu verfügen, um dem Schopf des Angebeteten - "im Interesse Englands" wohlgemerkt - zu gewohnter Strahlkraft zu verhelfen. Der "Friseur des Jahres" reagierte prompt, begab sich auf den "ohne Zweifel weitesten Hausbesuch" seiner Karriere und brütet seither mit seinem Edel-Klienten im zweiköpfigen Kaltwellen-Konklave eine neue, bitteschön einzigartige Haartracht aus.

Während aber beispielsweise die Frisurenpalette des gewöhnlichen Langenscheidt-Sprachführer-Users im Ausland recht übersichtlich daherkommt ("Einen Messerformschnitt, bitte!"), sind die Möglichkeiten des Mr. Spice Legion. Spätestens am Freitag aber muss weißer Rauch aufsteigen aus dem englischen Hairquarter; denn dann geht es gegen die Haar-, pardon, Ballkünstler aus Brasilien wieder mal um alles. Woher also nehmen und nicht stehlen das haarige Highlight, den ultimativen Kopf-Kracher.

Den Irokesen neu formatieren? Kennen wir schon, haben andere auch. Ganz weg den Putz? Dafür braucht es keinen Luxus-Barbutz aus der Heimat. Matte, Mozartzopf, Minipli? Nackenspoiler, Bürste, Vokuhila oder onduliert à la Gustav Gans? Eisenherz, Thatcher, Valderama?

Jetzt mal unter uns Betschwestern, Becki-Boy: Das kannst Du natürlich nicht wissen, aber die coolsten Frisuren kommen daher, wo auch der effektivste Fußball zu Hause ist - aus Deutschland. Mit dem "Möllemann-Helm" zum Beispiel stehst Du mit Sicherheit alleine auf dem Platz. Ein gut gemachter "Münte" ist Garant für uneingeschränkte Aufmerksamkeit und lässt jeden Glatzenträger und Rastabezopten ganz alt aussehen. Der hippophile "Merkel" wär vielleicht auch was für Dich, den hat keiner. Oder wie wärs mit dem Derivat für Mutige, dem exaltierten "Merkel Cabrio". Du siehst also, und das kannst Du ruhig auch Deinem weitgereisten Figaro verklickern, was den korrekten Haarschnitt angeht, gilt: Von den Deutschen lernen heißt Siegen lernen. Und wenn Du das beherzigst, dann findet die nächste Niederlage überall statt - aber mit Sicherheit nicht auf Deinem Kopf.

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