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Haas am Wind und Hewitt gescheitert - Aus für Roddick

Tennis-Profi Thomas Haas hat den erstmaligen Einzug in das Halbfinale der US Open klar verpasst. Der Hamburger verlor in New York 2:6, 2:6, 2:6 gegen den Australier Lleyton Hewitt, der damit im Turnier weiter ohne Satzverlust ist und seinen 15. Erfolg nacheinander feierte.

dpa NEW YORK. Tennis-Profi Thomas Haas hat den erstmaligen Einzug in das Halbfinale der US Open klar verpasst. Der Hamburger verlor in New York 2:6, 2:6, 2:6 gegen den Australier Lleyton Hewitt, der damit im Turnier weiter ohne Satzverlust ist und seinen 15. Erfolg nacheinander feierte.

Höhere Gewalt und ein Wirbelwind namens Lleyton Hewitt haben Thomas Haas in der entscheidenden Phase der US Open erneut übel mitgespielt, doch entnervt war auch Andy Roddick. Das Viertelfinal-Aus des Titelverteidigers gegen den neuen schwedischen Tennis-Star Joachim Johansson war die bisher größte Überraschung im Herren-Wettbewerb der US Open. Der 22-Jährige spielt im Halbfinale gegen Hewitt, mit dessen Schwester Jaslyn er befreundet ist. "Sie kann sich den Freund aussuchen, aber nicht den Bruder. Also wird sie sicher mich unterstützen", sagte Johansson, der bis auf eine 45-minütige Regenunterbrechung im ersten Satz bessere Bedingungen als Haas vorfand.

"Gegen Mutter Natur kann man nicht viel machen. Es ist frustrierend und nervig, dass es so zu Ende geht", sagte Haas nach seiner Pleite. Doch er betonte auch: "Man muss realistisch bleiben. Es waren für mich zwei fantastische Wochen in New York." So sehr der 26-Jährige zuvor auch schimpfte, fluchte und den Kopf schüttelte: Der heftige Wind von Hurrikan "Frances" und das dennoch fast fehlerfreie Spiel von Hewitt bedeuteten den Abschied. So wie vor drei Jahren im Achtelfinale, als Haas eine Führung in einem wegen Regens über zwei Tage ausgetragenen Match noch einbüßte. Der Australier holte sich kurz darauf seinen ersten Grand-Slam-Titel.

Vor dem befreundeten Johansson, den zu Jahresanfang nur Insider kannten, ist Hewitt längst aus gemeinsamen Trainingstagen gewarnt. Mit 30 Assen und guter Chancenverwertung schaffte er beim 6:4, 6:4, 3:6, 2:6, 6:4 über Roddick seinen bisher größten Erfolg. Selbst 34 Asse des Amerikaners steckte der 1,98 Meter lange Johansson weg. Als Roddick nach 2:55 Stunden eine Rückhand zu lang geriet, war die Überraschung gegen seinen Doppelpartner aus Juniorenzeiten perfekt. Seinen Frust verarbeitete der Wimbledon-Finalist in Begleitung eines Sicherheitsbeamten mit Jogging-Runden in den Katakomben des Arthur- Ashe-Stadiums. Fotos verbat sich Roddick und beschimpfte die erstaunt zuschauenden Journalisten als "verrückt".

Favorit auf seinen verwaisten Thron ist der topgesetzte Schweizer Roger Federer, der nach seinem Erfolg über Andre Agassi gegen seinen Angstgegner Tim Henman spielt. Der Brite gewann sechs der bisher acht Vergleiche. Auch das Match zwischen Federer und Agassi hatte nach dem Ende der schweren Regenfälle unter dem heftigen Wind gelitten.

"Es war wie ein Hurrikan. Das waren wohl die härtesten Bedingungen, unter denen ich gespielt habe", sagte Hewitt, fügte aber hinzu: "Ich habe versucht, so positiv zu bleiben wie möglich und mich nicht stören zu lassen. Das ist mir extrem gut gelungen. Ich habe mir Zeit gelassen und Prozent-Tennis gespielt." Das schaffte Haas mit seinem riskanteren Spiel nicht. "Man versucht, sich zu sagen: 'Der Wind ist dein Freund, ich liebe ihn.' Aber es ist anders", bekannte Haas, der sieben Monate nach seiner Rückkehr nur mit seinem besten Tennis und unter optimalen Bedingungen eine Chance gegen Hewitt gehabt hätte.

Nach einer Pause in seinem Haus im Hurrikan-geplagten Florida bereitet sich Haas auf das Daviscup-Aufstiegsspiel in der Slowakei (24. bis 26. September) vor. Dort trägt er nach der Verletzung von Nicolas Kiefer und einer stolzen Bilanz von bisher 13:1-Siegen die Hauptlast. Gut für Haas: Die Begegnung findet in der Halle statt.

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