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Haas folgt Kiefer ins Achtelfinale

Thomas Haas konterte cool, Nicolas Kiefer lief heiß: Im Eiltempo ist das deutsche Tennis-Duo bei den US Open erstmals gemeinsam in ein Grand-Slam-Achtelfinale gestürmt.

dpa NEW YORK. Thomas Haas konterte cool, Nicolas Kiefer lief heiß: Im Eiltempo ist das deutsche Tennis-Duo bei den US Open erstmals gemeinsam in ein Grand-Slam-Achtelfinale gestürmt.

Haas folgte Kiefermit einem 6:2, 6:3, 7:5-Erfolg über Qualifikant Ricardo Mello aus Brasilien und steht in Flushing Meadows zum vierten Mal unter den besten 16. Nächster Gegner ist Tomas Berdych. Das tschechische Top-Talent besiegte den Russen Michail Juschni 2:6, 6:1, 6:3, 4:6, 6:1. Kiefer trifft nach seiner mit 6:4, 6:0, 6:1 deutlich ausgefallenen Revanche gegen Thomas Johansson auf den an Nummer fünf gesetzten Briten Tim Henman. Weiter ist auch Andy Roddick (USA/2). Gegen Guillermo Canas (Argentinien) siegte der Titelverteidiger 6:1, 6:3, 6:3.

Als letzter Spieler zog der Australier Lleyton Hewitt in das Achtelfinale ein. Der US-Open-Sieger von 2001 ließ dem spanischen Linkshänder Feliciano Lopez mit 6:1, 6:4, 6:2 keine Chance und feierte seinen 13. Erfolg nacheinander. Lopez hatte in der Runde zuvor nur mit viel Mühe den Münchner Philipp Kohlschreiber bezwungen. "Ich fühle mich sehr gut und hatte ein sehr konstantes Jahr. Bei den Grand Slams bin ich immer nur gegen den späteren Sieger ausgeschieden", sagte Hewitt. Der Mitfavorit bekommt es nun mit dem Tschechen Karol Beck zu tun. Beck bezwang den in Deutschland lebenden Russen Nikolai Dawidenko 6:3, 4:6, 3:6, 6:1, 6:4. Sollte Hewitt gewinnen, könnte er im Viertelfinale auf Thomas Haas treffen, falls der Hamburger vorher den Tschechen Berdych besiegt.

Am bisher kühlsten Turnier-Tag und Temperaturen um nur 18 Grad zog Haas unter dem wolkenverhangenen New Yorker Himmel immer im entscheidenden Moment das Tempo an. "Yellow" Mello, der in einem gelben Hemd antrat, war dann meist machtlos gegen das offensive Power-Tennis von Haas, der im dritten Satz auch ein 0:2 und fünf vergebene Breakchancen zum 4:3 wegsteckte. "Da habe ich fast ein bisschen die Nerven verloren, habe mich aber gut gefangen. Insgesamt bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Die wichtigen Punkte habe ich gewonnen", sagte der Wahl-Amerikaner, der gleich seinen ersten Matchball gegen den veranlagten Linkshänder verwandelte.

Kiefer will nach dem ersten Achtelfinal-Einzug bei den US Open seit vier Jahren Henman den 30. Geburtstag vermiesen. Mit dem fünften Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale würde Kiefer zudem seine besten Ergebnisse bei den vier größten Tennis-Turnieren egalisieren. Zunächst beglich er seine Rechnung mit Thomas Johansson. In Wimbledon war er dem Schweden vor zwei Monaten nach einer 2:0- Satzführung im Auftaktmatch noch unterlegen und hatte im letzten Durchgang mit 0:6 sogar die Höchststrafe bekommen. Johanssons Kommentare nach dem damaligen Aufeinandertreffen hatten Kiefer zusätzlich geärgert. "Das war die beste Antwort darauf", kommentierte der Niedersachse voller Genugtuung die nur 98 Minuten dauernde Demontage des Australian-Open-Siegers von 2002 bei 30 Grad Hitze.

Belohnung ist der erstmalige Einzug des 27-Jährigen in ein Grand-Slam-Achtelfinale seit 2001 in Wimbledon. "Davon hatte ich vorher auch nicht geträumt. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus. Ich werde mich aber nicht zurücklehnen, die zweite Woche bei einem Grand-Slam-Turnier ist neue Motivation", sagte der Olympia-Zweite. Nun wartet der "ewige" Wimbledon-Halbfinalist Henman, der in diesem Jahr seinen bisher größten Erfolg mit dem unerwarteten Semifinal-Einzug bei den French Open verbuchte. "Ich habe genügend Mittel, um ihn zu schlagen", verkündete Kiefer mit neuem Selbstbewusstsein. Fünf der bisherigen acht Vergleiche gewann jedoch Henman.

Auch der topgesetzte Australian-Open- und Wimbledon-Sieger Roger Federer (Schweiz) und Andre Agassi (USA) kamen ins Achtelfinale. Federer trifft auf den in Deutschland lebenden Rumänen Andrei Pavel, Agassi auf den Armenier Sargis Sargsian. Zwei Tage nach seinem 5:09 Stunden langen Match gegen Olympiasieger Nicolas Massu, wo er einen Matchball abwehrte, lieferte Konditionswunder Sargsian das nächste Marathon-Spiel. Nach 4:41 Stunden und Abwehr zweier Matchbälle triumphierte er mit 4:6, 4:6, 6:4, 6:2, 7:6 (7:4) über den Franzosen Paul-Henri Mathieu. Gescheitert ist der an Nummer drei gesetzte Spanier Carlos Moya an dem Belgier Olivier Rochus.

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