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Haas-Gegner Ferrero vor Absage - Kiefer fit

Paris (dpa) - Für die deutschen Tennisspieler haben die French Open in Paris mit zwei guten Nachrichten begonnen. Der zuletzt am Handgelenk verletzte Nicolas Kiefer ist wieder fit. Im Gegensatz zu Thomas Haas' Auftaktgegner Juan Carlos Ferrero.

Der Titelverteidiger aus Spanien, der noch im feinen Zwirn bei der Hochzeit von Thronfolger Felipe in Madrid weilte, kann wegen einer schmerzhaften Rippenprellung wahrscheinlich gar nicht antreten. «Im Moment ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ich nicht spielen kann», sagte Ferrero. «Ich werde das aber erst am Montag entscheiden.»



Ferrero hat seit dem 19. April kein Match mehr bestritten. Erst hatte er die Windpocken, dann verletzte er sich am Handgelenk, das eingegipst werden musste. Haas' «Hammerlos» verlor so schnell seinen Schrecken. Zwei Mal hat er bisher gegen Ferrero gespielt, beide Matches auf Sand gingen verloren. «Trotzdem rechne ich mir natürlich Chancen aus, vor allem wegen der vierwöchigen Pause Ferreros», sagte Haas, der mit Ferreros Landsmann Albert Costa übte. 2002, als Costa in Paris gewann, erreichte Haas das Achtelfinale. Es ist sein bislang bestes Ergebnis in Roland Garros.



Nicolas Kiefer ist noch nie über die zweite Runde hinaus gekommen. Und auch diesmal droht dem Holzmindener ein frühes Er spielt gegen den Franzosen Thierry Ascione, in Runde zwei würde aller Voraussicht nach Roger Federer auf ihn warten. Der Schweizer Weltranglistenerste gilt seit seinem Sieg in Hamburg als Topfavorit auf den Titel beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres. «Federer, der Zauberer», titelte die französische Sportzeitung «L'Equipe» voller Bewunderung für den Alleskönner.

Doch um Federer kümmert sich Kiefer erst einmal nicht. Das Match gegen Ascione, gegen den er zuvor nur einmal in der Qualifikation gespielt und verloren hat, wird schwer genug. In einem Showkampf gegen den Israeli Harel Levy testete Kiefer nicht nur seinen neuen Schläger, sondern auch sein rechtes Handgelenk. «Der Arzt hier hat die Blockade in meinem Handgelenk gelöst. Ich nehme noch Schmerzmittel, aber das ist kein Problem», berichtete Kiefer.

Während sein Daviscup-Kollege Rainer Schüttler ebenso wie Qualifikant Daniel Elsner (München) erst am 25. Mai ran muss, schlägt bereits am 24. Mai die große Stunde für Florian Mayer. Der 21 Jahre alte Qualifikant aus Bayreuth muss bei seinem Paris-Debüt gleich gegen Fernando Gonzalez antreten. Gonzales führte Chile in Düsseldorf zum zweiten Mal zum Gewinn des World Team Cups.

Neben Mayer starten auch der Mannheimer Alexander Popp (gegen Michael Llodra) und Lars Burgsmüller (gegen Nicolas Mahut) in das mit 13,26 Millionen Euro dotierte Turnier. Von den fünf deutschen Damen im Hauptfeld bestreiten drei ihre Auftaktmatches gegen gesetzte Konkurrenz: Marlene Weingärtner gegen Eleni Daniilidou (Griechenland), Anca Barna gegen Magdalena Malejewa (Bulgarien) und Qualifikantin Julia Schruff gegen Dinara Safina (Russland).

Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne aus Belgien hat sich vom Pfeifferschen Drüsenfieber erholt und muss zum Auftakt gegen die Französin Sandrine Testud antreten. Die beiden Williams-Schwestern, die erstmals seit Wimbledon 2003 wieder gemeinsam ein Grand-Slam-Turnier bestreiten, sind wie Martina Navratilova erst 25. dran.

Die 47 Jahre alte Navratilova befindet sich in Paris auf einer Zeitreise. 20 Jahre nach ihrem letzten Sieg in Roland Garros wagt die Tennis-Legende aus den USA, die in Wien an der Seite von Lisa Raymond ihren 174. Doppeltitel gewann, per Wildcard noch einmal einen Einzel-Start. «Wovor sollte ich mich fürchten? Vorm Verlieren», fragte sie und gab die Antwort gleich selbst: «Wir spielen doch nur Tennis. Wenn ich mit Mike Tyson in den Ring steigen müsste, würde ich mich fürchten.»

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