Haas pausiert bis Wimbledon: Schüttler & Co. im Daviscup abgestürzt

Haas pausiert bis Wimbledon
Schüttler & Co. im Daviscup abgestürzt

Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft ist beim Daviscup in Argentinien mit 0:5 brutal auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Zwei Wochen nach seinem Höhenflug bei den Australian Open konnte auch der enttäuschende Melbourne-Finalist Rainer Schüttler das Erstrunden-Aus gegen Argentinien in Buenos Aires nicht verhindern.

HB/dpa BUENOS AIRES. Die insgesamt peinliche Niederlage stand bereits vor den beiden Schlußeinzeln am Sonntag fest. Als Schüttler-Ersatz machte es David Prinosil beim 4:6, 1:6 gegen Juan Ignacio Chela auch nicht besser; Lars Burgsmüller verlor 3:6, 1:6 gegen Gaston Gaudio.

Nach dem Debakel im Auftakteinzel, wo Schüttler gegen Gaudio eine Demütigung hatte hinnehmen müssen, konnte der 26-Jährige am Samstag im Doppel an der Seite von Michael Kohlmann vor 8000 lautstarken Zuschauern wenigstens phasenweise überzeugen. An der 0:6, 6:1, 6:4, 1:6, 6:2-Niederlage nach 3:18 Stunden gegen David Nalbandian/Luca Arnold änderte das freilich nichts mehr.

Die Südamerikaner gingen uneinholbar in Führung und treffen im Viertelfinale (4. bis 6. April) nun auf Titelverteidiger Russland oder Tschechien. Die Mannschaft von Kapitän Patrik Kühnen indes muss vom 19. bis 21. September in die Abstiegsrunde - so wie schon im vergangenen Jahr, als nach der Erstrunden-Pleite gegen Kroatien durch ein 5:0 gegen Venezuela der Verbleib in der Weltgruppe gesichert wurde. Der Gegner in der Relegation wird noch ausgelost.

"Die Enttäuschung ist riesengroß, weil Rainer und Michael streckenweise so klasse gespielt haben", sagte Kühnen nach dem Doppel. Der Kapitän musste mitansehen, wie seine Mannschaft Schiffbruch erlitt. Auch seine "Bauchentscheidung", den nervenstärkeren Schüttler als Doppelspieler an Stelle von David Prinosil zu bringen, erwies sich als Schlag ins Wasser. "Nach der Katastrophe im Einzel wollte ich alles wieder gut machen", sagte der Bad Homburger. Doch der Vorsatz ging daneben. Pech kam hinzu. Denn Kohlmann knickte im ersten Spiel des vierten Durchgangs bei 2:1- Satzführung mit dem linken Fuß um und hatte danach mit diesem Handicap zu kämpfen.

"Er konnte nicht mehr voll spielen", sagte Kühnen, der bis zu dem Fehltritt zuversichtlich gewesen war. Doppelspezialist Kohlmann war wie in Zagreb, wo er im Vorjahr im Duett mit Prinosil versagt hatte, maßlos enttäuscht und fiel Kühnen nach dem Matchball weinend in die Arme. "Durch einen solchen Scheiß-Schritt geht alles kaputt. So ein Missgeschick ist beim Daviscup noch schlimmer, weil es ja das ganze Team trifft", ärgerte sich der 29 Jahre alte Unglücksrabe. Auch Schüttler haderte mit dem Tennis-Gott, verlor aber nicht den Glauben an seine Stärke: "Ich fühle mich nicht sonderlich gut, aber nach jedem Regen kommt die Sonne wieder hervor."

"Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf. Die haben sich voll reingehängt", meinte Kühnen und stärkte seinem Team verbal den Rücken. "Es ist bitter und traurig, aber so ist eben der Sport, und nun muss es weitergehen." Über das Debakel am Eröffnungstag, an dem auch Lars Burgsmüller in drei Sätzen gegen Nalbandian machtlos war, legte er den Mantel des Schweigens. Mit einem Sieg gegen den hohen Favoriten war ohnehin nicht zu rechnen - ohne die verletzten Thomas Haas und Nicolas Kiefer schon gar nicht.

Der an der Schulter operierte Haas war in Buenos Aires als Zaungast dabei - und hatte schlechte Nachrichten: Der deutsche Spitzenspieler kann frühestens in Wimbledon Ende Juni auf die Tour zurückkehren. "Das wird noch sehr, sehr lange dauern, bis der Tommy wieder spielen kann", meinte Kühnen. Das Tennis-Training will Haas im März aufnehmen, ab nächste Woche darf er wieder joggen.

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