Haching-Präsident: "Wir kämpfen"
Oliver Kahn will nicht auf Gehalt verzichten

Fußball-Spitzenverdiener Oliver Kahn kann sich angesichts der drohenden Insolvenz der KirchGruppe Gehaltseinbußen für die Bundesliga-Profis vorstellen. Jedoch würde der Nationaltorhüter des FC Bayern München nicht freiwillig auf Geld verzichten.

dpa MÜNCHEN. "Da die Gehaltsexplosion vor allem durch die TV-Gelder zu Stande kam, sind Kürzungen künftig nicht auszuschließen", sagte der Bayern-Keeper der Münchner "Abendzeitung": "Aber ich sehe es grundsätzlich nicht ein, auf vereinbartes Geld zu verzichten."

Kahn gilt mit einem geschätzten Salär von rund fünf Mill. Euro pro Jahr als Top-Verdiener beim FC Bayern. "Heutzutage ist es ja fast schon Normalität geworden, dass große Unternehmen in die Insolvenz gehen", sagte der Welttorhüter zur allgemeinen Situation. "Wenn es dann selbst auch uns Fußball-Profis treffen kann, sieht man einmal, wie hart nicht nur der Kampf auf dem Platz, sondern auch in der freien Wirtschaft ist."

Unterdessen unterstrich der Präsident des Zweitligisten SpVgg Unterhaching, Engelbert Kupka, in einem Interview der "Abendzeitung" die Bedeutung der Fernseh-Gelder für die kleineren Clubs. "Davon leben wir kleineren Vereine überwiegend", so Kupka. Bei den meisten machten die TV-Einnahmen über 60 %s des Etats aus. "Diese Substanz muss erhalten bleiben. Und darum werden wir kämpfen." Man sei der Meinung, dass die Rechte das wert seien.

Der SpVgg-Chef widersprach Bayern-Präsident Franz Beckenbauer, der die Bereitschaft zum Verzicht angedeutet hatte: "Der Franz Beckenbauer spielt mit seinen Bayern in einer anderen Liga. Wenn die großen Clubs von Verzicht sprechen, dann hätten die anderen wenig Verständnis dafür. Dann haben sie bei der Verteilung wohl zuviel bekommen." Der vieldiskutierte Vorschlag von einer staatlichen Bürgschaft sei "nur eine von mehreren Optionen". Es gehe nicht um die Profi-Bezahlung, sondern um den Erhalt der Amateur-Abteilungen. Gerade erst sei beschlossen worden, dass auch Zweitliga-Clubs Jugend- Zentren unterhalten müssen. "Alles würde zusammenbrechen", sagte Kupka.

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