Hacker-Angriffe
ICANN warnt vor zentralen Schwachstellen im Internet

Ein einzelner Hacker könnte offenbar weite Teile des Internets lahm legen. Auf diese Gefahr wies die oberste Internet-Organisation ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) während ihrer viertägigen Jahresversammlung im kalifornischen Marina del Rey hin, wie der Branchenreport www.vnunet.com berichtet.

ddp MARINA DEL REY. Ein einzelner Hacker könnte offenbar weite Teile des Internets lahm legen. Die Organisation befürchtet, dass durch einen einzigen Angriff das so genannte Root-Server-System des Netzes lahm gelegt werden könnte. Die Stabilität dieses Systems ist von zentraler Bedeutung für die Funktion des Netzes, da es die Adressdatei des Internets verwaltet. Bei jedem Aufruf einer Website wird die numerische Adresse des Rechners bei dem System abgefragt, auf dem das gesuchte Angebot liegt.

Die 13 so genannten Root-Server stehen in den USA, Großbritannien, Schweden und Japan und könnten beispielsweise mit einem physischen Angriff ausgeschaltet werden. Aber auch eine Hackerattacke halten die ICANN-Mitglieder für möglich. Dafür könnte schon ein leistungsfähiger Laptop genügen, betonte der Operator des schwedischen Root-Servers, Lars-Johan Liman.

Eignen würde sich etwa ein Service-Verweigerungsangriff, bei dem die Rechner durch gezielt eingesetzte Massenanfragen überlastet und lahm gelegt werden, befürchtete das Gremium (www.icann.org). Darüber hinaus bezeichnet die Behörde die zunehmende Verbreitung und Aggressivität von Computer-Viren als «besorgniserregend».

Dem Gremium selbst seien für die Gefahrenabwehr die Hände gebunden, da es keine Befugnisse habe, den Betreibern der Root-Server Vorschriften über Sicherheitsmaßnahmen zu machen. Nach den Attentaten des 11. September müsste jedoch neu über die Sicherheit des Systems nachgedacht werden.

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