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Hacker kritisieren Siemens-Umgang mit dem Internet

Die Hackervereinigung Chaos Computer Club (CCC) hat den hausinternen Umgang des Technologiekonzerns Siemens mit dem Internet scharf kritisiert. Wegen Verdiensten "um die Internet-Zensur und Kommunikationsverhinderung" werde dem Unternehmen die "Chaos CeBIT Award" verliehen, teilte der CCC am Dienstag auf der Technologiemesse in Hannover mit.

rtr HANNOVER. Die Software "Smartfilter" werde bei Siemens eingesetzt, um unerwünschte Internet-Inhalte für Mitarbeiter unzugänglich zu machen. "Der CCC ist der Ansicht, dass ein gefiltertes Internet dem Grundrecht auf freie Kommunikation widerspricht", hieß es.

"Hier wird versucht, ein soziales Problem mit technischen Mitteln zu lösen. Wer so handelt, zeigt, dass er weder die Funktionsweisen der Technik noch der Gesellschaft begriffen hat", sagte CCC-Sprecher Jens Ohlig mit. Der CCC sei bei Siemens in der Rubrik "Criminal Skills" (Kriminelle Fertigkeiten) eingetragen. Siemens-Mitarbeiter und Angestellte anderer Firmen, die die Software einsetzten, könnten den Club daher weder über die Internet-Seite noch über E-Mail erreichen. Die "Chaos Cebit Award" ist eine Skulptur der Künstlerin Nika Bertram. Es handele sich um eine griechische Säule, auf der ein Kaffeefilter angebracht sei, sagte sie Reuters. Der Filter sei mit Smarties gefüllt. Die Smarties symbolisierten die bunten Internet-Inhalte, die im Filter hängen blieben. Ein Siemens-Sprecher kündigte an, das Unternehmen werde am Mittwoch Stellung nehmen. Frühere Preisträger sind nach CCC-Angaben Microsoft und die Deutsche Telekom.

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