Hackers Aus symptomatisch für Zustand der Ruderer
Die ersten werden die Letzten sein

Der deutsche Ruderer Marcel Hacker bezog als erster das Olympische Dorf - gäbe es kein B-Finale, wäre er einer der ersten, die wieder abreisen.

PEKING. Marcel Hacker hatte als erster das Olympische Dorf bezogen. Er wollte sich akklimatisieren, an Hitze und Luftfeuchtigkeit gewöhnen. Deshalb reiste er schon am 27. Juli an. Immerhin ist seine Disziplin, der Ruder-Einer, aus deutscher Sicht eine der traditionsreichsten bei den Olympischen Spielen. Unvergessen bleiben die Duelle, die sich in den 70ern und 80ern Pertti Karppinnen und Peter-Michael Kolbe lieferten - bei Olympia stets mit dem besseren Ende für den Finnen. So betrachtet, hat Hacker die Tradition fortsetzen können: Er hat es nicht einmal geschafft, das Finale zu erreichen. Er kam als Vierter des Halbfinales ins Ziel. Rang drei hätte er erreichen müssen.

Zusammengesunken saß Hacker danach in seinem Boot, fassungslos starrte er auf das Wasser und schüttelte immer wieder den Kopf. Man fühlte sich an die Bilder des Vortags erinnert, nachdem die Riemenruderer des Achters ihren Hoffnungslauf als letzte beendet hatten. Dabei hatte er alles versucht, brachte Kühlwesten und ein aufblasbares Planschbecken mit nach Peking und trotze der Einsamkeit auf seinem Zimmer. Es sollte ihm nicht noch einmal ergehen wie vor vier Jahren, als er in Athen ebenfalls im Halbfinale gescheitert war. Bis zum Schluss habe er gekämpft, versicherte er.

Warum er seinen Sieg aus dem Viertelfinale nicht wiederholen konnte, vermochte auch er nicht zu beantworten. Da saß er nun, den Körper komplett rasiert, die Arme, die Beine, der Kopf. Nur vom Bart, der sich von der linken Kotelette über das Kinn bis zur rechten zieht, hatte er sich nicht trennen wollen. "Aber der Wind kommt ja beim Rudern auch von hinten", hatte er vor dem Rennen noch gescherzt. Und Gegenwind, den mag er: "Das kühlt dann noch ein bisschen mehr".

Der 31-Jährige ist ein Querkopf, einfach nur rudern, kann er nicht. So raunzte er schon nach dem Vorlauf, den er hinter dem Schweden Lassi Karonen als Zweiter beendet hatte, eine freiwillige Helferin an. Die hatte ihm nur bedeutet, dass er seinen Skiff aus der Auslaufzone schaffen solle. Hacker ist bei diesen Spielen nie richtig angekommen.

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