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Hackmann besorgt um Finanzen der Bundesliga

München (dpa) - Der Präsident der Deutschen Fußball-Liga, Werner Hackmann, bewertet das Finanzgebaren der Bundesliga-Vereine trotz der Lizenzerteilung für alle Clubs als problematisch.

München (dpa) - Der Präsident der Deutschen Fußball-Liga, Werner Hackmann, bewertet das Finanzgebaren der Bundesliga-Vereine trotz der Lizenzerteilung für alle Clubs als problematisch.

«Ich sehe die Finanzsituation in der Tat mit gewisser Sorge. Immer mehr Vereine gehen dazu über, ihre Einnahmen von morgen schon heute zu verfrühstücken», sagte Hackmann in einem Interview der Tageszeitung «Die Welt». Trotz dieser Kritik sei die Liga aber «im Kern gesund». Das Vermögen der Bundesliga bezifferte Hackmann auf 800 Millionen Euro, die Schulden auf 600 Millionen Euro.

Hackmann kritisierte das Verpfänden der Zuschauereinnahmen kommender Jahre, um dafür heute Geld ausgeben zu können. «Wir müssen gemeinsam aufpassen, dass wir nicht in eine Spirale geraten», sagte der DFL-Präsident und forderte Spieler sowie Clubs auf: «Das Gehaltsniveau muss weiter sinken.»

Hackmann kündigte an, bei den anstehenden Verhandlungen zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der DFL über den neuen Grundlagenvertrag - der alte läuft nach der Saison 2004/05 aus - mehr Rechte für die Liga einzufordern. «Wir wollen unser Mitspracherecht im Pokal verstärken. Derzeit ist der DFB-Pokal ausschließlich dem DFB zugeschrieben. Das wollen wir ändern, der Pokal lebt von den Vereinen und von der Bundesliga», erklärte Hackmann, der zudem mehr Geld für die Liga erzielen will. «Wir wollen an den Sponsorenverträgen wie zum Beispiel der Schiedsrichter beteiligt werden.»

Bei den Richtung weisenden Personalentscheidungen der DFL wünscht sich Hackmann die Mitarbeit des FC Bayern München. «Ich hoffe sehr, dass der FC Bayern, das Flaggschiff der Bundesliga, einen Kandidaten für den Aufsichtsrat stellt», sagte der Präsident. Er habe bei Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge eine «gewisse Bereitschaft» gespürt. Noch wichtiger dürfte aber die Suche nach einem neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung sein. «Wir haben uns darauf verständigt, dass der neue Aufsichtsrat als eine seiner ersten Aufgaben nach den Wahlen im Juli einen Nachfolger für Straub sucht», sagte Hackmann. Der bisherige Geschäftsführer Wilfried Straub hatte für März 2005 seinen Rückzug angekündigt.

Nicht nur der Liga-Chef, sondern auch ein Großteil der Manager im Profifußball sehen eine Gefährdung durch die Finanzsituation. «80 Prozent der von uns befragten Vereinsvertreter sehen in der Überschuldung eine Existenzgefährdung», sagte beim 16. «medienforum.nrw» in Köln Stefan Pfeiffer, Experte des Wirtschaftsprüfunternehmens Ernst & Young.

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