Archiv
Hackmann bleibt Liga-Chef - Rummenigge gewählt

Berlin (dpa) - Direkt nach seiner einstimmigen Wiederwahl zum DFL- Chef brachte Werner Hackmann die Bundesliga für ein neues Tauziehen mit dem Deutschen Fußball-Bund in Stellung.

Berlin (dpa) - Direkt nach seiner einstimmigen Wiederwahl zum DFL - Chef brachte Werner Hackmann die Bundesliga für ein neues Tauziehen mit dem Deutschen Fußball-Bund in Stellung.

«Der neue Vorstand muss sich sehr rasch mit dem Grundlagenvertrag beschäftigen», erklärte der ehemalige Hamburger Innensenator vor seiner zweiten Amtsperiode, die bis 2007 reicht. Dieser Grundlagenvertrag, geschlossen vor drei Jahren bei der Gründung der Deutschen Fußball-Liga (DFL), regelt alle Beziehungen zwischen dem Profiverband und dem Partner DFB.

«Wir haben damals die eine oder andere Kröte zu Gunsten der Unabhängigkeit geschluckt. Aber Kröten leben nicht so lange», formulierte Karl-Heinz Rummenigge, der im neuen Vorstand des Ligaverbandes den FC Bayern vertritt, bei der Wahlversammlung in Berlin die Veränderungs-Absichten. Zuvor hatte der Branchenführer lange sein Mitwirken verweigert. «Wir müssen zusehen, dass wir eine Optimierung vornehmen zu Gunsten der DFL», betonte Rummenigge. Laut DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub, dessen Vertrag im März kommenden Jahres ausläuft, sind zuletzt rund 5 Millionen Euro pro Saison mehr von der DFL Richtung DFB geflossen als umgekehrt.

Doch nicht nur an diesem Finanzfluss möchte die Liga etwas ändern. Durch einen zusätzlichen Posten für den neuen Liga-Vizepräsidenten Wolfgang Holzhäuser (Bayer Leverkusen) im DFB-Präsidium will die DFL ihren Einfluss vergrößern. Bei DFB-Verträgen zu Länderspielen und dem Pokal möchte die Liga mehr Mitspracherecht. Und auch Einsatz- Festlegungen für Amateure und Jugendspieler sollen auf den Prüfstand.

«Ohne eine gesunde Liga gibt es keinen gesunden DFB», formulierte Hackmann deutlich. Der designierte neue DFB-Präsident Theo Zwanziger verwies vor den Vertretern der 36 Proficlubs auf die «Balance», die zwischen allen Bereichen stimmen müsse. Deshalb müsse auch der Grundlagenvertrag «sachgerecht» und «vernünftig» weiter entwickelt werden. Zugleich bat Zwanziger um den Zuspruch der Bundesliga für die vorgesehene Lösung mit Gerhard Mayer-Vorfelder als «Doppelspitze» des Verbandes. Immerhin ist der Profi-Bereich im Oktober beim DFB - Bundestag mit 92 Stimmen vertreten.

Zum neuen, auf acht Personen reduzierten Führungszirkel der Liga gehören neben Rummenigge und Holzhäuser mit Michael Meier (Borussia Dortmund), Peter Peters (Schalke 04) und Harald Strutz (Mainz 05) weitere drei Erstliga-Vertreter. Die 2. Liga hat mit Kurt Gaugler (Wacker Burghausen) und Andreas Rettig (1. FC Köln), der die Kampfabstimmung um den «Vize» gegen Holzhäuser verlor, nur noch zwei Stimmen, auch weil sich das Unterhaus vom «Klassendenken» nicht ganz trennen konnte. «Die 2. Liga hat sich nicht so gut präsentiert, dafür sind wir auch in der 2. Liga», gab Rettig zu.

Ansonsten präsentierte sich die Liga in Berlin - die Mitgliederversammlung fand erstmals öffentlich statt - gefestigt und seriös. «Die giftigen Auseinandersetzungen sind weg», betonte Hackmann. Auch Rummenigge, lange eine Art Chefkritiker der DFL, sieht den Ligaverband jetzt «auf dem richtigen Weg». Das Hauptziel gab der alte und neue Präsident Hackmann aus: «Wir müssen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhalten, so dass wir auch sportlich mithalten können. Wir wollen nicht den dritten Platz in der Champions League verlieren, sondern den vierten wieder zurück holen.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%