Häftlinge in Italien erhalten großzügigen Straferlass
Amnestie für Schmiergeld-Täter

Häftlinge in Italien erhalten nach einem Beschluss der römischen Abgeordnetenkammer demnächst einen Straferlass von bis zu drei Jahren. Voraussetzung ist, dass die Verurteilten schon ein Viertel ihrer Strafe abgesessen und keine Verbrechen wie Mord, Entführung oder Drogenhandel begangen haben. Bei Bestechung und Korruption hingegen wird Straferlass gewährt.

HB/dpa ROM. "Die Verbrechen der Schmiergeld-Republik sind mit dabei", beurteilte die römische Zeitung "La Repubblica" den Beschluss, dem der Senat noch zustimmen muss.

Die Abstimmung machte einen ersten Riss in der Koalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi deutlich: Während die Berlusconi- Partei Forza Italia für den Beschluss stimmte, protestierten die populistische Liga Nord und die aus den Neo-Faschisten hervorgegangene Rechtspartei Nationale Allianz (AN). Ein AN-Politiker sprach von einer "Schande, die die Sicherheit der Bürger in Gefahr bringt".

Den Angaben nach könnten etwa 8 000 Gefangene in den Genuss der Vergünstigung kommen. Sie müssten sich regelmäßig bei den Behörden melden und jeden Abend um 21 Uhr zu Hause sein. Terroristen und Mafiosi dürfen dem Beschluss zufolge nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden.

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