Hält Beckhams Fuß? - Zittern um Luis Figo
Verletztenlisten wachsen

Nicht nur Rudi Völler muss bei der Fußball- Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea zahlreiche Ausfälle kompensieren. Nach einer Marathon-Saison werden gut zwei Wochen vor der WM auch die Verletztenlisten anderer Nationalmannschaften immer länger. Vom Pech verfolgt ist vor allem die Auswahl Englands, die im schlimmsten Fall auf vier wichtige Spieler verzichten muss.

dpa HAMBURG. Obwohl Kapitän David Beckham einen Mittelfußbruch wahrscheinlich rechtzeitig zum Eröffnungsspiel am 2. Juni gegen Schweden auskurieren kann, bangt Nationalcoach Sven-Göran Eriksson immer noch um dessen vollständige Genesung. Außerdem musste der Schwede zwei Wochen nach dem Ausfall des 52-maligen Nationalspielers Gary Neville (Mittelfußbruch) eine weitere Hiobsbotschaft hinnehmen: Steven Gerrard (FC Liverpool) kann wegen einer wieder aufgebrochenen Leistenverletzung nicht antreten. Fraglich ist auch der Einsatz von Newcastle Uniteds Kieron Dyer (Knieverletzung).

Nach der erneuten Vergrößerung des englischen Lazaretts sieht der Weltmeister von 1966, Bobby Charlton, die Chancen auf einen WM-Erfolg seines Landes schwinden. "Spieler wie Beckham und Gerrard haben Autorität und Einfluss. Mit ihnen haben wir eine echte Chance - aber ohne sie ist es das absolute Gegenteil", sagte Charlton.

Unterdessen machte Manchester-United-Star Beckham den englischen Fans neuen Mut. Der 26-Jährige konnte seiner Mannschaft ins Trainingslager nach Dubai nachreisen. Das kollektive Daumendrücken nach seiner Verletzung im Champions-League-Viertelfinale gegen Deportivo La Coruna vor fünf Wochen scheint geholfen zu haben. Nun beschäftigt ganz England nur noch eine Frage: Hält Becks Fuß durch?

Nur einen Verlust beklagt Weltmeister Frankreich - doch der wiegt schwer. Robert Pires, der zum Erringen des WM-Titels 1998 und der Euro 2000 insgesamt zehn Tore beitrug, kann seine Mannschaft wegen einer Knieverletzung nur von der Zuschauertribüne aus unterstützen. Der 28 Jahre alte Profi vom englischen Meister Arsenal London zog sich die Blessur im FA-Cup-Viertelfinale zu und musste seinen Traum von der Titelverteidigung begraben.

Zum vierten Mal hätte er eine WM für Italien bestritten, doch nun schaut sich Roberto Baggio das bedeutendste Fußball-Turnier der Welt im Fernsehen an. Der 35-jährige Stürmer von Brescia Calcio feierte nach einem auskurierten Bänderriss zwar erst vor kurzem ein gelungenes Comeback beim italienischen Meisterschafts-Finale, Nationaltrainer Giovanni Trapattoni nominierte den Routinier trotzdem nicht. "Es fahren nur Leute, die hundertprozentig fit sind", war sein knapper Kommentar.

Der Belgier Emile Mpenza vom FC Schalke 04 kennt das Problem. Der Stürmer wäre nach einer halbwegs auskurierten Oberschenkel-Verletzung zwar einsatzfähig, jedoch nicht in Topform. "Ich kann höchstens 80 % meiner Leistung abrufen. Das reicht nicht aus", gestand er. Belgiens "Rote Teufel" müssen beim Eröffnungsspiel am 4. Juni gegen Gastgeber Japan außerdem ohne Mittelfeldspieler Walter Baseggio (Knieoperation) auskommen.

Mit Josep "Pep" Guardiola (Innenbanddehnung) und Sergi Barjuán (Fußgelenksverletzung) fehlen auch Spanien zwei Routiniers. Nachbar Portugal zittert derweil um Luis Figo. Im Champions-League-Finale gegen Bayer Leverkusen am Mittwoch stand der 29-jährige Mittelfeldspieler von Real Madrid zwar 61 Minuten lang auf dem Feld, aber der linke Fuß bereitete ihm wieder einmal Schmerzen. Ohne den Weltfußballer des Jahres 2001 wäre Portugals Auswahl bei der WM wohl nur die Hälfte wert.

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