Händler: "Börsengeschehen wird turbulent bleiben"
Neuer Markt reagiert kaum auf Nasdaq-Kursrutsch

Aus Sicht von Experten hat der Nemax-50 den Kurssturz in den Tagen nach den Anschlägen in den USA bereits vorweggenommen.

dpa FRANKFURT/M. Der Auswahl-Index des Neuen Marktes Nemax-50 hat bis zum Nachmittag kaum auf den Kursrutsch an der US- Technologiebörse Nasdaq reagiert. Aus Sicht von Experten hat der Nemax-50 den Kurssturz in den Tagen nach den Anschlägen in den USA bereits vorweggenommen. Ein Händler sagte in Frankfurt mit Blick auf die nächsten Tage: "Das Börsengeschehen wird turbulent bleiben, mit großen Ausschlägen nach oben und nach unten."

Der Nemax-50 stieg bis gegen 17.45 Uhr um 1,53 Prozent auf 837,14 Zähler. Vor Wiedereröffnung der US-Börsen war er zwischenzeitlich unter die 800er-Marke gestürzt. Der marktbreitere Nemax-All-Share verzeichnete ein Plus von 0,45 Prozent auf 855,39 Punkte. Der Nasdaq verlor zur gleichen Zeit 4,06 Prozent auf 1 626,59 Punkte. Kurzzeitig lagen die Verluste bei mehr als sechs Prozent.

Vor US-Handelsbeginn hatte die US-Notenbank Fed erwartungsgemäß ihre Leitzinsen gesenkt, um die Liquiditätsversorgung zu erleichtern und Aktien-Einbrüchen vorzubeugen. Sie verringerte den maßgeblichen Tagesgeldsatz von 3,5 Prozent auf 3,0 Prozent Prozent. Sie verminderte zudem ihren Diskontsatz um 50 Basispunkte von 3,00 Prozent auf 2,5 Prozent. Am Nachmittag senkte dann auch die Europäische Zentralbank ihren Leitzinssatz um 0,5 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent.

"Im Prinzip holen die US-Märkte jetzt das nach, was die europäischen Märkte vorgemacht haben", sagte der Leiter der Strategieabteilung bei der Helaba Trust Investment Consulting, Richard Zellmann. Auch Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt teilte diese Ansicht: "In der letzten Woche ist der Kursverfall schon vorweggenommen worden."

Die US-Börsen hatten den Handel am Montag um 15.32 Uhr nach zwei Schweigeminuten mitteleuropäischer Zeit wieder aufgenommen. Seit der Terror-Serie in den USA vergangenen Dienstag war er ausgesetzt.

Die Aktien des Heidelberger Biotechnologie-Unternehmens LION-Bioscience führten bis zum Nachmittag unangefochten das Nemax-50- Gewinnerfeld an. Sie konnten damit ihre tagelange Talfahrt stoppen. Die LION-Papiere legten um 16,03 Prozent zu auf 9,05 Euro.

LION Bioscience werde am Abend zu dem seit den Anschlägen immer noch vermissten Finanzvorstand Klaus Sprockamp sowie zur weiteren Strategie Stellung nehmen, sagte ein Händler. Dann gebe es hoffentlich Klarheit, wie die Konsequenzen aussehen dürften. "Vielleicht hat LION auch eine Nachricht im operativen Bereich."

Mit dem letzten Nemax-50-Platz mussten sich die Aktien der Telefonauskunft Telegate AG begnügen. Sie büßten 9,97 Prozent ein auf 2,80 Euro. Ende vergangener Woche waren sie noch Spitzenreiter. Sie seien nach dem extremen Einbruch im August zu einem "Zockerpapier" geworden, hatte ein Börsianer gesagt.

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