Händler: "Ein typischer Freitag"
Nemax schließt mit deutlichen Kursverlusten

Der Neue Markt hat nach den kräftigen Kursgewinnen in den vergangenen Tagen den Freitagshandel deutlich schwächer beendet. Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende sowie fehlende Impulse von Wall Street hätten den Neuen Markt am Freitag belastet, sagten Händler.

dpa-afx FRANKFURT. Der Auswahlindex Nemax 50 lag zu Handelsende mit 1,59 % im Minus bei 1 123,81 Punkten. Im Vergleich zum Schlusskurs am vergangenen Freitag buchte das Aktienbarometer aber noch einen Gewinn von gut sechs Prozent. Der Nemax All Share schloss um 1,35 % schwächer mit 1 089,05 Zählern. Im Wochenvergleich erzielte der Neue-Markt-Index ein Plus von rund 4,5 %.

"Ein typischer Freitagshandel", kommentierte ein Münchner Händler das Tagesgeschehen. Nach den jüngsten Kursgewinnen konsolidiere der Markt erst einmal. Ohne eindeutige Impulse aus den USA sei das Geschäft überwiegend lustlos verlaufen. "Scheinbar haben sich einige Marktteilnehmer schon frühzeitig ins Wochenende verabschiedet", fügte ein Hamburger Broker hinzu.

Erst zu Handelsende hätten leicht anziehende Kurse an der NasdaqQ geholfen die Verluste am Neuen Markt zu reduzieren, sagten Händler. Der Nasdaq-Composite-Index lag zum Frankfurter Handelsschluss 0,35 % im Plus bei 1 834,11 Punkten.

Überdurchschnittlich stark verloren vor allem die Finanztitel . Gewinnmitnahmen im Vorfeld der Quartalszahlen in der kommenden Woche nannten Händler als Begründung. Consors verloren 2,26 Prozent auf 13,00 Euro. Der Online-Broker bestätigte am Freitag, Verhandlungen mit möglichen Partnern über eine Kooperation zu führen. Die Möglichkeit einer Fusion werde ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Die Anteilscheine der Commerzbank-Tochter Comdirect büßten 5,94 Prozent auf 9,50 Euro ein, nachdem sie die Bekanntgabe ihres Geschäftsberichts auf den kommenden Freitag verschoben hatten. Wie aus unternehmensnahen Kreisen verlautete, ist auf der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag eine Entscheidung gefallen, die das Auslandgeschäft betreffe. Anfang der Woche hatte Comdirect erklärt, dass Partner für die Filialen in Frankreich und Italien gesucht werden. DAB Bank sanken um 5,06 Prozent auf 15,00 Euro.

Nachdem die Aktien des Elektronikdienstleisters Medion nach Vorlage der Quartalszahlen zunächst deutlich einbrachen, erholten sich im weiteren Tagesverlauf wieder und schlossen lediglich mit einem Minus von 0,27 Prozent bei 44,10 Euro. Der Tagestiefstkurs lag bei 40,20 Euro.

Die von Medion vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal 2001 lagen leicht über den Analysten-Erwartungen. Nach den jüngsten Kursgewinnen hätten Gewinnmitnahmen jedoch den Kurs belastet, sagten Händler. Seit dem 21. September hat das Medion-Papier rund 60 Prozent an Wert hinzu gewonnen.

Stärkster Wert im Nemax 50 waren Aixtron , die 5,5 Prozent auf 23,10 Euro zulegten. Bereits am Vortag waren die Aktien des Spezialmaschinenbauers nach guten Quartalszahlen deutlich gestiegen. Verschiedene Analystenhäuser hatten sich zuvor positiv über die weitere Zukunft von Aixtron geäußert.

Die Aktienkurs von Heyde brach nach Vorlage der Quartalszahlen um 9,94 Prozent auf 1,63 Euro ein. Das finanziell angeschlagene Softwareunternehmen hat im dritten Quartal im Vergleich zum zweiten 10 Prozent weniger Verlust erwirtschaftet. Im Neunmonatsvergleich allerdings erhöhte sich der Nettoverlust von 46,4 Millionen Euro auf 58,1 Millionen Euro.

Elmos sackten um 7,02 Prozent auf 13,11 Euro ein. Im frühen Handel war der Abschlag noch doppelt so hoch gewesen. Neben den schlechten Aussichten von US-Chiphersteller AMD hätten die schwachen Zahlen für das dritte Quartal auf die Stimmung gedrückt, hieß es. Zudem musste das Halbleiterunternehmen die Jahresprognose für 2001 erneut nach unten korrigieren.

Auch der Film- und Musikproduzent F.A.M.E. hat seine Planzahlen für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesenkt. Statt eines Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 562.000 Euro, erwartet F.A.M-E. jetzt ein Minus v on 1,53 bis 2,05 Millionen Euro. Die Umsatzprognose wurde auf 11,76 Millionen Euro fast halbiert. F.A.M.E. fielen daraufhin um 26,80 Prozent auf 0,71 Euro.

Die auf Standardsoftware für Finanzdienstleister spezialisierte CPU Software bestätigte hingegen die Ergebnisziele für das kommende Jahr. Zwar werde auf Grund drastischen Sparmaßnahmen im Finanzsektor nur noch mit einem moderaten Umsatzwachstum von sieben bis elf Prozent gerechnet. Dennoch soll bis Mitte 2002 der Break-Even auf EBITDASO-Basis erreicht werden, hieß es von Unternehmenseite. In den ersten neuen Monaten 2001 verringerte CPU den Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 42,7 Millionen DM auf 19,6 Millionen DM. Die CPU-Aktie stieg bis Handelsschluss um 31,71 Prozent auf 1,62 Euro.

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