Händler erwarten vom EZB-Entscheid keine Impulse
Dax von Abschlägen bei Siemens und T-Aktie belastet

Kursverluste bei den Schwergewichten Siemens und Deutsche Telekom haben am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt belastet. Die Titel notierten am Mittag teils mehr als fünf Prozent tiefer und belasteten damit den Deutschen Aktienindex (Dax), der 0,6 Prozent auf 6076 Zähler abgab.

Reuters FRANKFURT/M. Zudem belasteten Börsianern zufolge nachgebende US-Futures das umsatzdünne Geschäft. Am Neuen Markt konnten die Wachstumstitel hingegen die festen US-Vorgaben vom Vortag umsetzen und stiegen im Schnitt um zwei Prozent. Von dem für Donnerstagmittag anberaumten Zinsentscheid der EZB erhofften sich Marktteilnehmer indes keine Impulse.

Der Parketthandel an der Frankfurter Börse war am Donnerstag seit 11.45 Uhr nach Angaben der Börse in Folge einer Bombendrohung bis auf weiteres ausgesetzt. Der Handel über das Computersystem Xetra, über das ein Großteil der Geschäfte abgewickelt wird, sei aber ungestört weitergelaufen.

Die Aktien von Siemens notierten 5,2 Prozent tiefer mit 120,95 Euro, was Händler auf die leicht unter den Erwartungen liegenden Bilanzdaten und die Ankündigung von Sonderbelastungen. "Der Markt ist enttäuscht, da das Ergebnis insgesamt unter den Markterwartungen liegt", sagte Alfred Schöngraf, Analyst für Elektronikwerte bei Delbrück Asset Management. Zudem belaste der Ausblick, da sich Siemens angesichts der Marktunsicherheiten zu den Ergebniserwartungen in den nächsten beiden Quartalen nicht äußern wolle, fügte der Experte hinzu. Siemens hatte zudem den Abbau von mehr als 6 000 Stellen angekündigt und sieht in diesem Zusammenhang Belastungen auf sich zukommen.

In einem schwachen europäischen Telekomsektor gaben die Papiere der Deutschen Telekom nach einem zunächst freundlichen Start ihre Gewinne im Handelsverlauf wieder ab und verbuchten einen Abschlag von 2,2 Prozent auf 28,15 Euro. Der Konzern hatte am Mittwoch die Zustimmung der US-Regulierungsbehörde für Telekommunikation (FCC) für die geplante Übernahme des sechstgrößten US-Mobilfunkanbieters Voicestream erhalten. "Zum einen ist diese Genehmigung positiv zu werten, da die Unsicherheit über den Deal verschwindet", sagte Frederik Altmann, Analyst bei Hornblower Fischer. "Vielleicht hatten aber einige Investoren doch noch auf eine Ablehnung gehofft, da ihnen die Transaktion zu teuer erscheinen könnte", fügte der Analyst mit Blick auf die Kursabschläge hinzu.

Zulegen konnten mehrheitlich weniger schwankungsanfällige Werte sowie die Aktien von Infineon und SAP. Infineon-Papiere profitierten nach Händlerangaben von einem festen US-Halbleiterindex und stiegen um 1,9 Prozent.

Altmann stellte dennoch das Durchsetzen einer freundlicheren Tendenz am deutschen Markt in Aussicht. "Ich gehe von einem tendenziell freundlichen Verlauf der Nasdaq aus und das sollte auch den deutschen Technologiewerten wieder Auftrieb verleihen." Zwar belasteten nachgebende US-Futures, die auf einen schwachen Börsenstart in den USA hin deuteten, den deutschen Markt, doch seien die Terminkontrakte um die Mittagszeit, also vier Stunden vor Börsenstart in Amerika, wenig aussagekräftig. Die US-Börsen hatten am Vortag im späten Handelsverlauf ihre Gewinne ausgebaut. Der Dow-Jones-Index verbuchte ein Plus von 1,6 Prozent, die Technologiebörse Nasdaq legte um 2,1 Prozent zu.

Von der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstagmittag erwarteten Marktteilnehmer keine Impulse für den deutschen Aktienmarkt. Man gehe auf Grund hoher Inflationsrisiken von unveränderten Leitzinsen aus, was die Mehrheit der Investoren sowieso erwarte, hieß es. Der Zinsentscheid der EZB wird für 13.45 Uhr MESZ erwartet.

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