"Händler müssen entlassen"
Textileinzelhandel erwartet Rekordminus

Der Textileinzelhandel rechnet in diesem Jahr wegen der Kaufzurückhaltung der Verbraucher mit einem Rekordumsatzverlust von 3 Mrd. Euro. Der Umsatz mit Textilien und Bekleidung werde zum Jahresende um schätzungsweise drei bis vier Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegen, teilte der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) am Montag in Köln mit.

HB/dpa KÖLN. "Das heißt, die Händler müssen entlassen", sagte BTE-Präsident Klaus Magnus. Rund 1 000 kleine Fachgeschäfte seien in ihrer Existenz bedroht.

Als Ursachen für die Kaufzurückhaltung nannte Magnus die Euro- Bargeldeinführung, die wirtschaftliche Situation und die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die jüngste repräsentative BTE-Herbstumfrage habe ergeben, dass gut die Hälfte der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl bereits verringert habe. Knapp 260 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 500 000 Euro waren befragt worden. Der BTE vertritt eigenen Angaben zufolge rund 35 000 Textilgeschäfte. In der Branche seien etwa 450 000 Beschäftigte tätig.

Auch für das kommende Jahr habe der Textileinzelhandel "nur sehr gedämpfte Erwartungen". 93 % der befragten Unternehmen erwarten eine weitere Verschlechterung der Konsumstimmung, falls es zu den von der Regierung geplanten Steuer- und Abgabenerhöhungen komme. "Jeder Griff ins Portemonnaie der Bürger durch Steuern und Abgaben vermindert die Kaufkraft - und das bekommt der Handel deutlich zu spüren", sagte Magnus.

Entscheidend für den Jahresabschluss seien die Umsätze in den Vorweihnachtsmonaten November und Dezember, sagte Magnus. Schon im Oktober habe sich das Geschäft belebt. "Trotzdem bleibt eine Umsatzlücke von 8 %, die in diesem Jahr nicht mehr aufzuholen ist." Hinzu komme ein "ruinöser Preiswettbewerb mit Rabatten und Zugaben aller Art".

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