Händler rechnen am Idenstag mit weiterer Zinssenkung
Dow Jones macht Verluste fast wett

Am Ende sah es auf dem New Yorker Börsenparkett doch nicht ganz so schlimm aus wie zunächst erwartet. Sowohl der Dow Jones Index als auch der Nasdaq konnten ihre Verluste vom Vormittag beinahe wieder wett machen. Das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte hatte bei Handelsschluss nur noch 10,73 Punkte oder 0,1 Prozent verloren und notierte bei 8 836,83 Punkten. Zwischenzeitlich war es über hundert Punkte in die Miesen gerutscht.

NEW YORK. Der Technologie-Index Nasdaq Composite musste einen Verlust von 18,35 Punkten oder 1,4 Prozent einstecken und ging mit einem Wert von 1480,45 Punkten aus dem Handel.

Am ersten Tag des vierten Quartals stießen Investoren einen Teil der massiven Zukäufe vom Freitag wieder ab. Diese hatten den Fond-Managern zum "window dressing", also zum Aufpolieren ihrer Portfolios, gedient, und hatten keine konjunkturelle Grundlage. Für leichte Unsicherheit am Markt sorgte, auch nach Bekanntgabe der überraschend harmlosen Verbraucherdaten, die morgige Notenbanksitzung. Dabei wird erneut über eine eventuelle Zinssenkung entschieden.

Zumindest die Analysten schienen am Montag keinen Zweifel über den Ausgang der Sitzung zu haben. 15 von 21 befragten Experten gingen davon aus, dass die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 2,5 Prozent gesenkt werden. Es wäre die neunte Senkung im laufenden Jahr. Das wirtschaftliche Umfeld spricht allerdings für diesen Schritt. Bereits am Vormittag wurde der nationale Einkaufsmanagerindex für den Monat September veröffentlicht, der über den Erwartungen ausgefallen ist. Dennoch deuten die Angaben weiterhin darauf hin, dass die Probleme im verarbeitenden Gewerbe noch nicht behoben sind. Immerhin: Die hohen Lagerbestände konnten weiter reduziert werden.

Tech-Titel unter Abgabedruck

Zu den größten Verlierern gehören zum Quartalsauftakt Netzwerk-, Chip-, Software- und Hardware-Aktien. Amerikanische Investmentbanken haben erneut die Gewinnerwartungen für eine Reihe von Werten wie etwa Intel und Advanced Micro Devices gesenkt. Branchenprimus Intel half dagegen nicht einmal die Ankündigung, noch in diesem Monat eine neue Generation kleinster Prozessoren für ultraleichte Laptops zu launchen. Die Aktie verlor zum Wochenauftakt 2,10 Prozent und ging mit einem Wert von 20 Dollar aus dem Handel.

Kursverluste von 2,3 Prozent oder 28 Cents drückten am Montag auf die Aktie von Cisco. Das Unternehmen hatte seine Gewinnschätzungen auf Grund der Ereignisse des 11. September revidiert, sowie den Managern und Mitarbeitern die Boni für das Jahr 2001 gestrichen. Cisco notierte bei Handelsschluss auf 11,90 Dollar.

Auf dem absteigenden Ast fanden sich auch die Unternehmen der Halbleiterbranche wieder. Nach reihenweise Abwertungen verschiedener Brokerhäuser rutschten die Papiere von Applied Microsystems, Broadcom und PMC stark ins rote Terrain. Bis Handelsschluss konnten sie nichts mehr gutmachen. Applied Micro und PMC verlieren jeweils über drei Prozent. Broadcom rutscht gar um 7,5 Prozent ab und notierte bei 18,77 Dollar.

Biotech-Werte gefragt

Auf der Gewinnerseite stand am Montag hingegen die Biotech-Branche. Die Papiere von Isis, Millennium und Myriad konnten allesamt an Wert zulegen. Merrill Lynch hatte die Branche, und besonders das Papier von Millennium, zum Kauf empfohlen; Millennium gewann dann auch drei Prozent und schloss auf 18,29 Dollar.

Siemens und Motorola gaben vorbörsliche Gewinne wieder ab und schlossen einheitlich im Minus. Motorola hatte bekannt gegeben, seinen Funktelefon-Bereich mit dem deutschen Unternehmen verknüpfen zu wollen. Das Wall Street Journal sieht in einem Bereichs-Merger ein Marktvolumen von 20 bis 25 Milliarden Dollar, doch dies überzeugte die Anleger der gebeutelten Branche offensichtlich nicht. Auch mit den übrigen Handyherstellern ging es zum Wochenbeginn bergab: Nokia und Ericsson mussten Verluste um jeweils zwei Prozent einstecken.

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